Einführung

Erklärung
Diese Publikation möchte niemanden kritisieren oder herabsetzen.
Für die Schwierigkeiten, die sich im Umgang mit den alten Gebäuden ergeben, besteht volles Verständnis.
Es soll lediglich auf die Schönheiten der vorgestellten Gebäude aufmerksam gemacht und ein breites Publikum – auch außerhalb der Stadt – für die Baukunst der Gründerzeit in Greiz interessiert werden. Dieses Interesse kann vielleicht dazu beitragen, die Gebäude angemessenen Nutzungen zuzuführen, ihre Rekonstruktion weiter voranzutreiben und einzelne dieser Architekturobjekte öffentlich erlebbar zu machen.

Greiz ist bekannt für seine Schlösser und Museen, für seinen fürstlichen Park, für seine gut erhaltene Altstadt. Gerühmt wird auch die reizvolle landschaftliche Lage im Tal der Weißen Elster.
Das alles macht Greiz auch für den Fremdenverkehr interessant.

Greiz beherbergt innerhalb seines Stadtgebietes aber noch etwas anderes, was weniger bekannt ist:
Man findet in der Stadt eine Konzentration hochwertiger, teilweise gut erhaltener Gebäude, die in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts entstanden sind und im damals üblichen Stil des Historismus (auch Stil der Gründerzeit bezeichnet) errichtet wurden.
Bekanntlich erlebte ganz Deutschland nach der Reichsgründung 1871 einen lebhaften wirtschaftlichen Aufschwung. An dieser Entwicklung war auch die Stadt Greiz beteiligt. Zahlreiche Firmen, namentlich der Textil- und Maschinenindustrie, entstanden und entwickelten sich bis in das 20. Jahrhundert hinein überaus erfolgreich. Im Zusammenhang damit kam es zur Herausbildung einer sehr wohlhabenden bürgerlichen Schicht von Fabrikbesitzern und Angehörigen weiterer Berufe, die dem wirtschaftlichen Aufschwung dienten. Diese Familien schufen im ausgehenden 19. Jahrhundert nicht nur zahlreiche Fabrikgebäude, Geschäftshäuser

Image

und Mietshäuser,

Image

sie ließen auch für sich zahlreiche Villen und Repräsentationsbauten errichten, die noch heute das Aussehen der Greizer Neustadt maßgeblich mitbestimmen.

weiter …