Ausgewählte Details
Einleitung

Gründerzeitgebäude weisen in Ausstattung und Dekor eine Vielzahl von Details auf, die als Einzelstücke sehenswert sind und es verdienen, hervorgehoben zu werden. Wenn man den Gesamteindruck eines Gebäudes und die großen Linien der Architektur im Auge hat, werden derartige Einzelheiten zumeist übersehen. Wir stellen deshalb hier verschiedne Kategorien von baugebundenen Details vor. Wir werden sehen, dass diese Objekte eine enorme Vielgestaltigkeit aufweisen und mit viel Liebe abwechslungsreich geformt wurden. Diese Details, die insgesamt nicht unwesentlich zum prachtvollen Erscheinungsbild der Gründerzeitgebäude beitragen, sind durchweg ihrerseits vom gründerzeitlichen Stilempfinden geprägt. Sie zeugen vom hohen Stand des gründerzeitlichen Kunsthandwerks.

 
Lüftungsöffnungen

Lüftungsöffnungen an gründerzeitlichen Fassaden haben oft eine Abdeckung. Sie kann bestehen aus einem Gitter, einem Sieb, einem durchbrochenem Blech. Wir finden gusseiserne, durchbrochene Abdeckplatten. Es gibt auch Öffnungen, die nur über eine Einfassung verfügen, aber nicht abgedeckt sind. Auch die Einfassungen und Formen der Öffnungen variieren. Es lohnt sich, diese Öffnungen näher zu betrachten, denn sie sind oftmals schön ausgestaltet und verziert. Natürlich finden sich auch Beschädigungen. Es ist schwierig, derartige Kleinteile zu restaurieren oder stilgerecht zu erneuern. Man müsste sie aufwändig nachfertigen.

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Zieranker

Der bautechnische Stabilisierungsanker, der an den Außenwänden von Gebäuden nicht selten sichtbar ist, wurde gern auch schmückend ausgestaltet. In dieser Form kann der Anker auch durchaus zur Zierde einer Fassade werden. Weil dem so ist, entwickelte sich während der Gründerzeit der Anker zum Zieranker, teilweise losgelöst von seiner stabilisierenden Funktion. Man kann in Greiz viele solche Beispiele von Zierankern sehen, die dazu beitragen, als Fassadenschmuck die Fassaden zu verschönern. Das Kunstschmiedehandwerk hat hier wahre Prachtstücke geschaffen.
Einen Nachteil haben allerdings die Zieranker: Weil sie aus Metall gefertigt sind, bedürfen sie des Korrosionsschutzes. Das ist, wenn sie in einiger Höhe angebracht sind, nicht so einfach. Außerdem liegt die Rückseite des Ankers unmittelbar auf dem Mauerwerk auf und ist deshalb schwer zu bearbeiten. das hat dazu geführt, dass die Anker teilweise verrostet sind und dazu beitragen, das umliegende Mauerwerk zu verunreinigen.
Trotzdem lohnt es sich, die Kunstschmiedearbeiten näher zu betrachten:

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Gesichter

An gründerzeitlichen Fassaden erblickt man des Öfteren menschliche Gesichter beiderlei Geschlechts als Schmuck. Es sind keine Porträts, auch keine individuell gestaltete Kunstwerke. Als idealtypische Objekte können sie an ein und derselben Fassade gleich mehrmals, ja serienmäßig auftreten. Deshalb werden sie von Gründerzeitkritikern gelegentlich als Ergebnisse von Serienfertigung geringschätzig abgetan. Wir sagen nicht, dass es sich um hohe Kunst handelt, aber als liebevoll gestaltete kunsthandwerkliche Arbeiten kann man sie, wie anderes Fassadendekor, durchaus schätzen.
Am wertvollsten sind wohl jene Gesichter, die in Naturstein, zumeist Sandstein, gearbeitet sind. Die Gesichter können auch in Kunststein gemeißelt sein oder als Kunststeinguss oder Stuckarbeit entstanden sein. Stuckarbeiten zeigen die stärksten Verschleißerscheinungen.
Im Zuge von Renovierungen wurden Farbschichten aufgetragen. Das hat diesen Objekten in der Regel sehr geschadet. Die Farbschichten platzten teilweise ab und entstellen das Objekt. Verbleiben die Farbschichten vollständig auf dem Objekt, wird die Feinheit der Zeichnung der ursprünglichen Oberfläche verklebt und egalisiert. Das ist dem Gesamteindruck abträglich.

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Fliesen für Innenräume

Während der Gründerzeit erreichte die Herstellung von Fliesen – das kann man ohne Übertreibung sagen – eine Blütezeit. Es entstanden Fliesen von hervorragender materieller Qualität, die, wenn sie nicht durch grobe Gewalt beschädigt wurden, eine bemerkenswerte Haltbarkeit bewiesen und teilweise bis zum heutigen Tag unversehrt sind. Das betrifft nicht nur die Intaktheit der Fliese als ganzes, sondern ihre Oberfläche, die Freiheit der Kanten von Absplitterungen, die Schönheit der Ornamente und die Leuchtkraft der Farben.
Es wurden zumeist während der Gründerzeit keine glatten einfarbigen Fliesen hergestellt. Die Oberflächen trugen vielfältige künstlerische Ornamente oder Ornamentteile, die zu Ornamentsystemen zusammengesetzt werden konnten. Die Ornamente wurden nicht nur flach gestaltet. Man gab den Fliesen auch Oberflächenstrukturen durch Rillen, Wülste, Ritzungen u.a., die in die Ornamentgestaltung einbezogen wurden.
Selbst die Verunreinigung der Vertiefungen konnte zu einem ornamentalen Gestaltungsmittel werden.

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