Andere Stile
Einleitung

Der Gründerzeitstil in seinen zahlreichen Spielarten prägte die Architektur ein halbes Jahrhundert lang und diese Stilprägung hinterließ in beachtlichem Umfang im Kleinen wie im Großen Bauten, von denen noch heute eine dominierende und auch faszinierende Wirkung ausgeht. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen indessen Bestrebungen auf, neue Stile zu entwickeln, dem Gründerzeithistorismus etwas bahnbrechend Neues entgegenzusetzen und ihn dadurch allmählich zu überwinden. Die wirksamsten und erfolgreichsten Architekturströmungen dieser Zeit waren der Jugendstil einerseits und die Reformarchitektur (HOFER 2005) andererseits. Beiden Richtungen gelang es, eine jeweils eigenständige, neuartige Stilbildung zu entwickeln. Der Jugendstil löste die historisch geprägte Formensprache und die stark geometrische Linienführung auf. Kurvige Linien, von biologischen, sogar menschlichen Formen inspiriert, konnten sich frei wuchernd entfalten. Andererseits blieb der Jugendstil auch traditionalistisch, indem die Grundstrukturen der Grundrisse und Fassaden zumeist nicht angetastet wurden. So hatten Jugendstileinflüsse zumeist nur dekorative Funktion bzw. verwirklichten sich in der Gestaltung von Details. Nach dem ersten Weltkrieg konnte der Jugendstil an seine Vorkriegsbedeutung nicht mehr anknüpfen. Es wurde anders gebaut. Lediglich auf dem Gebiet der Grafik behielt er noch Bedeutung. WIKIPEDIA: Stichwort Jugendstil, 2012

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Haus Zirnité

Anschrift: Greiz, Rudolf-Breitscheid-Straße 15
Bauherr: Alexander Zirnité, Fabrikbesitzer in Greiz
Baujahr: 1926/27
Architekt: Louis Richter, Greiz (BLASE 1995-98)
Maurerarbeiten: Hermann Cramer, Greiz-Irchwitz (RECK 2004)
Restaurierung: 2009-2011
Bauherr Restaurierung: "Wohnen 55 plus Greizer Neustadt" GmbH & Co.KG  

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Foto: RECK 2004

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Villa Otto Albert jun.

Anschrift: Greiz, Rudolf-Breitscheid-Straße 10
Bauherr: Otto Albert jun., 1873-1953                                        
Baujahr: 1909                                                    
Architekten: William Lossow & Max Kühne
Lossow und Kühne waren namhafte Vertreter des Reformstils. Sie sind u.a. Erbauer des Leipziger Hauptbahnhofs und des Dresdener Schauspielhauses. Sie errichteten auch in der Greizer Carolinenstraße 31 im Jahr 1920 ein Wohnhaus für den Kaufmann Paul Heyer. Von Max Kühne stammt die Grabstätte Zirnité auf dem neuen Friedhof.
Jetzige Besitzverhältnisse: seit 2013 Besitz der Firma CIT Thomas Czerwinski IT-Services Greiz                     
Nutzung: Firmensitz

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Ehemals Darmstädter Bank

Ehemalige Darmstädter- und Nationalbank
Anschrift: Greiz, Brückenstraße 1
Baujahr: 1922
Bauherr: Darmstädter und Nationalbank
Architekten: William Lossow und Max Kühne, Dresden (siehe auch Villa Otto Albert jun.)
Besitzverhältnisse: ungeklärt
Nutzung: Sparkasse

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Villa Carl Schilbach

Anschrift: Greiz, Gartenweg 2a
Baujahr: 1910    
Bauherr: Carl Schilbach (1868-1934), Wollfabrikant      
Architekt: Ernst Steiner (STÖHRL 2011)
Jetzige Besitzverhältnisse: Medizinische Einrichtung
Nutzung: Medizinisches Versorgungszentrum

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Foto: Stöhrl

 

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Ehemalige Kinderkrippe

Anschrift: Greiz, Marienstraße 10
Bauherr: Stiftung von Frau Lina Arnold, Witwe des Greizer Fabrikanten Ernst Arnold (Quelle: Schneider 2010)   
Lina Arnold (1849-1928) war darüber hinaus gemeinsam mit ihrem Ehemann Ernst Arnold an folgenden Stiftungen beteiligt: Ernst und Lina Arnold-Stift, Leonhardstraße 58, Knabenhort, Neuer Weg 5, Kinderheim "Walter Riedel" Goethestraße 17, heute Einrichtung der AWO (Arbeiterwohlfahrt), gegründet 1898 als Ernst und Lina Arnold-Kinderheim. Lina Arnold betreute das Heim bis zu ihrem Tod im Jahr 1928. (Quelle Zaumsegel 2010)
Lina Arnold lebte mit ihrem Ehemann Ernst Arnold, der Mitinhaber der Firma Friedrich Arnold, Weberei, Plauensche Straße 2a, war, in der Villa Ernst Arnold, Plauensche Straße 2a. Das Grab der Eheleute Lina und Ernst Arnold befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Arnold-Stiftes, jetzt Anna-Seghers-Heim (www.greiz-gruenderzeit.de).
Baujahr: 1910
Architekt: Max Mayer, Plauen. Zur Person und Tätigkeit des Architekten Max Mayer siehe Marienschule.
Bauausführung: W. Jesumann, Greiz (Quelle: Schneider 2010)
Jetzige Eigentumsverhältnisse:
Nutzung: Tagesstätte für chronisch psychisch Kranke, Psychosoziales Zentrum Greiz, Bestandteil der Greizer Senioren- und Pflegeheim gGmbh

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Marienschule

Ehemals Neue Städtische Bürgerschule
Anschrift: Greiz, Marienstraße 12
Bauherr: Stadt Greiz
Baujahr: 1908-1910
Architekt: Max Mayer, Plauen Quelle: Schneider, 2010
Max Mayer erbaute u.a. die katholische St. Bonifatiuskirche in Werdau, 1926-1927. Das Gebäude ist erhalten. Quelle: Internet: St. Bonifatius Werdau
Ebenfalls erbaute er die katholische Pfarrkirche "Zum Heiligen Kreuz" in Auerbach, 1914-1916. Quelle: Internet: Touristinformation Auerbach
Mayer war kein Vertreter des Gründerzeithistorismus. Er baute im Reformstil, der dazu beitrug, den Gründerzeitstil abzulösen. Steht man vor der Werdauer Bonifatiuskirche, so erkennt man unschwer die gleiche Handschrift des Architekten, wie bei der Marienschule in Greiz.
Die Marienschule entstand noch vor dem I. Weltkrieg, zur Kaiserzeit. Dennoch wurde hier in einem zukunftsweisenden Stil gebaut. Der Gründerzeithistorismus bestimmt nicht mehr das Baugeschehen.
Bauausführende: Gebrüder Randel, Greiz Quelle: Schneider, 2010
Jetzige Besitzverhältnisse: Stadt Greiz
Nutzung: Schule
Unser Startbild zeigt den Gebäudekomplex der Marienschule von der Ostseite des Schlossberges gesehen.

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Haus Parkgasse 46/48

Adresse: Greiz, Parkgasse 46/48
Bauherr: ungeklärt
Baujahr: ungeklärt
Architekt: ungeklärt
Nutzung: Wohnungen

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Haus Leonhardtstraße 21

Das Gebäude wurde restauriert. Die Fassade ist nicht überreich geschmückt, trägt aber doch einige sehenswerte und ansprechende Dekorelemente. Der Stil des Gründerzeithistorismus ist weitgehend überwunden. Zwar sieht man etwa am Hauptgesims und bei der Gestaltung einiger Fenster Relikte der Gründerzeit, der Einfluss des Jugendstils ist aber deutlich ausgeprägt.

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