Haus Louis Jahn

Anschrift: Greiz, Weberstraße 16
Baujahr: 1889
jetzige Nutzung: Büro
Bauherr: Louis Jahn (SANDROCK 2016)
Ursprüngliche Zweckbestimmung: Sitz der Firma Louis Jahn, Greiz, Musterzeichnerei, Jaquardkartenfabrik und Webereibedarf.
Zugleich Wohnsitz der Familie Louis Jahn.

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Die Firma Louis Jahn, Greiz, Musterzeichnerei, Jaquardkartenfabrik und Webereibedarf, gegründet im Jahr 1847, erhielt ihren neuen Standort in dem im Jahr 1889 errichteten Haus Weberstraße 16. (SANDROCK 2016).
Wir zeigen eine Historische Anzeige der Firma.

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Foto 1902, Sammlung Rudolf  

Die Initialen "L.J.", sie bedeuten Louis Jahn, prangen in Stein gemeißelt an der Fassade des Gebäudes.
Nach Kenntnis unseres Informanden Reinhard Sandrock, der ein Nachfahre der Familie ist, wurde das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus erbaut. In den unteren Etagen befanden sich die Geschäftsräume, d.h. Arbeitsräume, Kontor und Lager. In den oberen Etagen wohnte die Familie. Das Geschäft wurde bis in die 1960er Jahre von der Familie geführt, zuletzt von Erich Dietsch, Großvater von Reinhard Sandrock. Er betrieb das Geschäft für Webereibedarf, während die Musterzeichnerei von Fa. Illgen und Freund betrieben wurde. Das haus befand sich bis in die 1970er Jahre im Familienbesitz (SANDROCK 2016).
Im Adressbuch 1937 sind Emma und Laura Jahn sowie Erich Dietsch, Geschäftsinhaber, als Bewohner des Hauses nachweisbar.
Betrachten wir das Gebäude näher:
 

Repräsentatives zweistöckiges Gebäude mit erhöhtem Mittelrisalit. Fassade: Gelber Backstein mit Sandsteindekor. Der Sandstein wurde sorgfältig gereinigt und erfreulicherweise nicht übermalt. Andererseits wurden alle Fenster unpassend renoviert.
Links auf der Anhöhe sehen wir das ehemalige "Fürstlich-Reußische Lehrerseminar".

Gelbe Backsteinfassade

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Dekor mit Jahreszahl 1889 und Monogramm "L.J."

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Giebel und Dachzinnen, darunter verkoppelte Fensteranlage

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Fensterverdachung mit Dekor

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Detail der Verdachung

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Giebel

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Dekorblock mit der Jahreszahl frontal

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Dekordetail

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Westgiebel

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Detail des Westgiebels

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Hauptgesims und nachträglich verfüllte Hohlfuge, die den monolithischen Fenstersturz, der die Fensteröffnung überbrückt, entlastet

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Fensterbrüstung erstes Obergeschoss mit Dekorplatte

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Fensterbrüstung zweites Obergeschoss mit Dekorplatte, darunter der monolithische Fenstersturz der unteren Etage

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Verkoppelte Fensterbrüstung erstes Obergeschoss, Mittelachse des Gebäudes

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Schmucktafel in Nahaufnahme

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Verkoppelte Fensterbrüstung zweites Obergeschoss

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Die Fassade wurde restauriert. Leider wurden durchweg moderne Fenster eingebaut. Trotz der Zinnen auf dem Giebel des Mittelrisalits wirkt das Gebäude relativ modern kraft der klaren Linien des Mauerwerks und des sparsam verwendeten Sandsteindekors.
Der Erdgeschoßbereich ist zu hell. Die Sanierung wurde nicht gründlich durchgeführt. Die Farbe beginnt bereits abzuplatzen.
Trotzdem haben wir ein glanzvolles Gründerzeitgebäude vor uns, dessen Besuch sich lohnt (siehe Startbild).

Wir danken Herrn Reinhard Sandrock, Dresden, für seine wertvollen Informationen.

Quellen:
RUDOLF; Gottfried: Sammlung, Anzeige stammt von 1902 aus dem Handbuch der Baumwollspinnerei von Otto JOHANNSEN, Leipzig 1902, www.oscardathe&co.de
SANDROCK, Reinhard: Nachfahre der Familie Louis Jahn, Dresden 2016, persönliche Mitteilung

Stand Februar 2016
 

 
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