Innenstadt 1

Folgen wir der Bahnhofstraße hinein in die Stadt, fällt uns das Haus Bahnhofstraße 13 auf.

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Die Fassade ist renoviert und viele Details des Fassadenschmucks wurden bewahrt. Aber der Eindruck ist zwiespältig. Der nachträglich angebrachte Eingangsbereich sowie die Veranda stören den Anblick erheblich. auch der mit dunklen Wandfliesen belegte Sockelbereich kann nicht erfreuen.

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Zu begrüßen ist zwar, dass rechts der Vorgarten erhalten wurde. Die mächtigen neuzeitlichen Zaunsäulen wollen aber nicht recht zur Gründerzeitfassade des Hauses passen.

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Dennoch hat das Gebäude einige ganz besondere Schönheiten aufzuweisen. Man betrachte die Balkongeländer,

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die prachtvollen Einfassungen und Verdachungen der Fenster im Obergeschoß,

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die zierlichen Stuckarbeiten

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sowie die schmückende Ausgestaltung des Scheingebälks.

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Trotz der einschränkenden Bemerkungen ist das Haus Bahnhofstraße 13 ein stattliches, sehenswertes Gebäude, an dem beachtliche Restaurierungsergebnisse zu bewundern sind.

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Nicht weit von diesem Haus entfernt sehen wir das Haus Bahnhofstraße 18.

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Es ist die ehemalige Villa von Menken. Auch dieses stattliche Gründerzeitgebäude ist renoviert. Der Vorgarten mit schmiedeeisernem Zaun wurde wieder hergestellt. Der vor den Mittelresalit gesetzte wintergartenartige Eingangsbereich kann freilich nicht überzeugen. Aber bestimmt gibt es jemanden, der erklärt, das sei eine gelungene Verbindung von Altem und Neuem. Wir sind anderer Meinung.
Das Haus hat noch einen weiteren Schönheitsfehler. Im Obergeschoß sehen wir beiderseits des Mittelresalits breite Fensteranlagen, die Artefakte darstellen. Sie wurden erst in der DDR-Zeit angebaut. Vorher überragte der Mittelrisalit die beiden Seitenflügel um eine Etage.

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Der Mittelresalit ist mit einem stattlichen Giebel bekrönt.

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Das Tympanon (dreieckiges Giebelfeld) ist mit einer Kartusche und mit figürlichem Schmuck versehen. Es lohnt sich, diesen sorgfältig restaurierten Giebel genauer zu betrachten.

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In der Mitte des Tympanons sehen wir eine Kartusche. Sie trug ein Monogramm, welches aber getilgt wurde. Wir glauben, noch die Reste der Buchstaben "CK" erkennen zu können.

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Links der Kartusche sehen wir eine liegende Figur. Es ist Merkur (Hermes), unschwer zu erkennen am geflügelten Helm und dem Merkurstab. Merkur ist der Beschützer des Kaufmannsstandes. Der Erbauer des Hauses muss also eine Rolle im Wirtschaftsleben Königs Wusterhausens gespielt haben

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Der Hermeskopf mit dem charakteristischen Flügelhelm

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In der rechten Hand hält Merkur sein weiteres Attribut, den Stab, umwunden von zwei Schlangen und bekrönt ebenfalls mit Flügeln. Dieser Stab spendet der Sage nach Segen und Reichtum.

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Rechts der Kartusche befindet sich eine weitere liegende Figur. Es ist Vulcanus mit dem Hammer. Er ist der Gott des Feuers und der Schmiedekunst. Vulcanus ist der Beschützer der Handwerker, die das Feuer brauchen. In der linken Hand hält der Gott ein Zahnrad.

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Von Menkens haben eine Ziegelei betrieben. Das würde zur Symbolik des Tympanons passen.

Das Haus Bahnhofstraße 20 trägt keinen besonderen Fassadenschmuck. Allerdings sehen wir auf dem fensterlosen Teil der Mauer, die in Richtung Einfahrt weist, einen schönen gründerzeitlichen Schmuck mit Jahreszahl.

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Innerhalb eines Ritzrahmens sehen wir eine Kartusche mit Füllhörnern und Festons, darunter die Jahreszahl 1910. Schön, dass dieser in den Putz gearbeitete Schmuck original erhalten ist. Man kann nur hoffen, dass das seriöse Grau des Putzes, auf dem das Schmuckarrangement bestens zur Geltung kommt, nicht eines Tages mit cremigen Fassadenfarben überstrichen wird.

Auch das Haus Bahnhofstraße 10 stammt aus der Gründerzeit.

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Es ist ein einfacher Backsteinbau. Die Fensteröffnungen sind ansprechend gestaltet.

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Auf beiden Seiten ist das Haus mit kleinen Giebeln geschmückt.

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