Haus Grimms Lokal

Anschrift: Greiz, Carolinenstraße 1-3
Baujahr: 1895/96
Bauherr: Vereinsbrauerei Greiz
Architekt: ungeklärt
Bauausführung: Maurermeister H.P. Hoffmann und Wilhelm Jesumann. Beide Meister waren auch die Erbauer der Kirchen Pohlitz und Aubachtal
Betreiber des Hauses nach Eröffnung des Neubaus: Karl Blechschmidt
Jetzige Bezeichnung des Hauses: Haus Friedensbrücke, Hotel, Restaurant
Jetziger Betreiber: Georgi Petkov

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Seinen alten traditionellen Namen "Grimms Lokal" verdankt das Haus dem Restaurateur Hermann Eduard Grimm. Er war von 1860 bis 1883 Besitzer und Betreiber einer Restauration namens "Grimms Lokal". Sie befand sich an der gleichen Stelle wie das jetzige Haus, am Eingang der Carolinenstraße, allerdings in einem Vorgängerbau. 1883 verstarb Hermann Eduard Grimm.
Im Jahre 1894 brannte das alte Gebäude von "Grimms Lokal", das von einem neuen Besitzer weiter betrieben worden war, völlig ab. An gleicher Stelle wurde durch die Vereinsbrauerei Greiz das heute noch stehende Gebäude Carolinenstraße 1-3 neu errichtet und im Jahre 1896 eingeweiht. Das große Veranstaltungs- und Restaurationshaus führte weiter den angestammten Namen "Grimms Lokal". Zu DDR-Zeiten wurde das Haus HO-Gaststätte und erhielt den Namen "Friedensbrücke". Dieser Name wird auch heute noch geführt.
Es wäre schön, wenn man den altgewohnten Namen "Grimms Lokal" wieder aufleben lassen könnte.
Das Gebäude hat drei Straßenfronten, an der Bruno-Bergner-Straße, der Carolinenstraße und der Stavenhagenstraße. Unser Startbild zeigt die Ecke Stavenhagenstraße/Carolinenstraße. Die reich untergliederte Fassade ist in den oberen Etagen mit rotem Backstein und hell abgesetztem Dekor gestaltet. Das Parterre ist verputzt. Bei früheren Renovierungen wurde für das Parterre ein unpassender rosafarbener Anstrich gewählt, der sehr unvorteilhaft für das imposante Gebäude ist. Der Anstrich harmoniert weder mit dem Backstein der Obergeschosse noch mit dem Granit des Sockels.
Auch heute ist noch zu erkennen, dass wir ein großartiges, vielseitig nutzbares Veranstaltungshaus der Gründerzeit vor uns haben. Es enthält einen großen und mehrere kleine Säle sowie Räume für Restaurants und Geschäfte.
Ansicht aus südwestlicher Richtung, in der Stavenhagenstraße. In der oberen Etage sehen wir den Saalbau. Im Parterre links in der Einfahrt sind die Fenster des ehemaligen Wintergartens zu erkennen.

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Ansicht aus nordöstlicher Richtung, von der Straßenkreuzung an der Friedensbrücke. Wir sehen die Fassaden des Gebäudes an Carolinenstraße und Bruno-Bergner-Straße.

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Mitteltrakt mit Treppenaufgang an der Carolinenstraße. Rechts der Treppenturm trug ursprünglich eine dekorative Turmhaube.

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Treppenturm ohne Haube

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Großes dreizügiges Fenster über dem Hauptportal mit Bogen

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Verkoppelte Fenster

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Einzelnes Fenster

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Drei große Fenster des Saalbaues

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Vergittertes Fenster im Parterre

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Detail des Gitters

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Gedrehter Eisenstab

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Treppenaufgang mit Säule und Wölbung

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Kapitell der mächtigen Säule, die die Wölbungen im Eingangsbereich trägt

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Blick zur Säule von oben her

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Fliesen mit Eckgestaltung im Treppenhaus

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Fliesen im Treppenhaus

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Fliesen im Detail 1

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Fliesen im Detail 2

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Fliesen im Detail 3

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Schmiedeeisernes Geländer

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Historische Aufnahme. Die wirkungsvolle zwiebelförmige Haube des Treppenturmes ist gut zu erkennen. Darüber hinaus befand sich über dem Ecktrakt ein Dachreiter. Beide Türme trugen wesentlich zum imposanten Erscheinungsbild des Hauses bei.

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Vieles der ursprünglichen Gebäudeausstattung ist im Laufe der Jahre verloren gegangen. Dennoch kann man die frühere Pracht des Gebäudes erkennen. Eine zukünftige Restaurierung sollte unbedingt die beiden Türme zurückgewinnen. Das Parterre müsste von seiner ungünstigen farblichen Fassung befreit werden.
Es wäre ein wichtiges städtebauliches Anliegen, dem Haus "Grimms Lokal" an seinem hervorragenden zentralen Standort am Eingang der Carolinenstraße seinen ursprünglichen Glanz zurückzugeben. Das würde dazu beitragen, den gesamten Stadtteil Neustadt aufzuwerten.
Literatur:
Volkmar KURZWART: Die Vergangenheit des Objektes Carolinenstraße 1-3, Greiz 1992, unveröffentlicht

Wir danken Herrn Georgi Petkov und Frau Christel Lätzsch für ihre freundliche Unterstützung.

 
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