Haus Emil Mothes

Anschrift: Greiz, Brückenstraße 6-8           
Baujahr: 1899    
Bauherr: Emil Mothes (1)
Architekt: ungeklärt
jetzige Besitzverhältnisse: ungeklärt
Nutzung: Geschäftsräume, Wohnungen

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Die Initialen E.M. über der Haustür bestätigen den Namen Emil Mothes.

Am Eingang der belebten und reich mit Gründerzeitgebäuden besetzten Greizer Brückenstraße befindet sich an der Ecke zur Schlossbergstraße ein großes gründerzeitliches Wohn- und Geschäftshaus. Die Fassade ist vollständig mit Sandstein verkleidet. Die wertvolle Fassade ist in den oberen Etagen nahezu unversehrt und frei von Überformungen. Man erkennt noch die ursprüngliche Schönheit. Lediglich neue Fenster wurden eingesetzt. Die originalen Fensterrahmen sind verloren.
Man freut sich, dass sich in dem Gebäude florierende Geschäfte angesiedelt haben. Freilich könnte man sich eine zur Fassade besser passende Geschäftswerbung vorstellen.
An der Ecke befindet sich eine schräg gestellte Ladentür. Darüber erhebt sich ein über zwei Etagen gehender Erker.
Die Fassade ist noch geprägt vom Gründerzeitstil. Im Dekor zeigen sich aber schon deutlich Anklänge des Jugendstils.

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Giebel über dem Erker. Wir sehen gotisierendes Blendmaßwerk, die geschweifte Knicklinie der Giebelbegrenzung, Vorhangbogen über dem Fenster mit konvexer Bogenlinie. Die Dekortafeln zeigen florale Motive im beginnenden Jugendstil.

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Bekrönung des Giebels

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Die drei Dekortafeln

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Obere Etage des Erkers. Auf der Fensterbrüstung ein umlaufender Dekorfries.

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Dekorfries mit Umfeld. Wir sehen eine Eule und die Maske eines Fabelwesens mit aufgerissenem Maul, dazwischen florales Rankenwerk.

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Fries in Nahaufnahme

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Rechte Seitenansicht des Erkers mit dem Fries

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Das Fabelwesen löst sich in floralen Formen auf.

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Erker mit Bekrönung aus seitlicher Sicht

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Das untere Fenster des Erkers und der Erkerfuß

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Erkerfuß mit Blendmaßwerk

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Einzelnes Fenster links neben dem Erker. Man sieht, in welch gutem Zustand sich die wertvolle Natursteinfassade befindet. Das Fenster selbst wurde erneuert. Immerhin wurde es stilistisch ein wenig angeglichen.

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Fassadenpartie an der Schlossbergstraße

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Dekortafel

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Männlicher Kopf auf dem Schlussstein über dem Ladeneingang

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Portal mit Verdachung und kunstgeschmiedetem Gitter

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Detail der Vergitterung des Portals

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Verdachung des Portals mit Kartusche und Fabelwesenmaske

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Kartusche und Fabelwesen 

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Maske des Fabelwesens

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Die Fassade des Hauses Brückenstraße 6-8, im Spannungsfeld zwischen Gründerzeit und Jugendstil entstanden und gestaltet, ist besonders schön und kostbar. Sie käme noch besser zur Geltung, wenn die Geschäfte ihre Werbung stilistisch dem Charakter des Hauses angleichen würden. Das wäre ein großer Gewinn und käme auch den Geschäften zugute.

Historische Ansicht um 1900

Emil Mothes betrieb in Greiz ein 1855 gegründetes Kaufhaus. Er war Hoflieferant und Lotterieeinnehmer. (Adreßbuch 1892) Er wohnte bereits im Vorgängerbau Brückengasse 8. (Adreßbuch 1892)
Ihm gehörte nicht nur das 1899 errichtete neue Eckgebäude Brückenstraße 6-8, sondern auch das Nachbarhaus, Brückenstraße 10. In beiden Gebäuden betrieb er seine Geschäftstätigkeit.

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Historische Ansicht, Vogtlandspiegel

Historische Ansicht näher. Wir sehen die beiden Geschäftshäuser Brückenstraße 6-8 und 10. Beide Gebäude tragen den Namen Emil Mothes.

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Historische Ansicht, Vogtlandspiegel

Wir danken Frau Gesine Marsch vom Vogtlandspiegel für die Erlaubnis, die historische Ansicht des Geschäftshauses Emil Mothes zeigen zu können.

Quellen:
(1) Adressbuch Greiz 1892 (s. Impressum), Vogtlandspiegel.de, 2015 Alte Ansichten 20. Jahrhdt.

Stand November 2015

 
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