Arnold-Stift
Beitragsinhalt
Arnold-Stift
Die Südostecke
Portal und Kapelle
Die Grabanlage
Die Gartengestaltung

Anschrift: Greiz, Leonhardtstraße 58
Baujahr: 1898-1901
Bauherr: Stiftung des Ehepaares Ernst und Lina Arnold
Jetzige Besitzverhältnisse: Greizer Senioren- und Pflegeheim gGmbh
Nutzung: Seniorenheim unter der Bezeichnung Senioren- und Pflegeheim "Anna Seghers"

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Architekten: Architekturbüro Weidenbach und Tschammer, Leipzig
Georg Weidenbach 1853-1928, Richard Tschammer 1860-1929, Quelle: Wikipedia
Weidenbach und Tschammer waren namhafte Leipziger Architekten. Sie bauten u.a. gemeinsam:
Reformierte Kirche in Leipzig, Tröndlinring (erhalten)
Evang. Pauluskirche in Plauen (erhalten, kriegsbeschädigt), Russische Gedächtniskirche St. Alexi, Leipzig, Ausführungsplanung und Bauleitung nach Entwürfen des St. Petersburger Architekten Pokrowski (erhalten).
Verwaltungsgebäude der Alten Leipziger Feuerversicherung, Leipzig, Dittrichring, bekannt geworden als Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit 1950-1989 (erhalten).
In Gestalt des Arnoldstiftes, einem Werk der Architekten Weidenbach und Tschammer, Leipzig, besitzt Greiz ein gründerzeitliches Bauwerk von herausragender Bedeutung.

Glasmalereien in der Stiftskapelle: Glasmalereiatelier Johann Albert Lüthi, 1858-1903, Frankfurt/Main  (Signatur in der Kapelle)
Johann Albert Lüthi, auch als Architekt tätig, war bedeutender Schweizer Glasmaler der Zeit um 1900. Er gestaltete u.a. Glasmalereien für die Christuskirche in Karlsruhe, die Lukaskirche in Dresden, für das Kapellchen am Frankfurter Römer und für das Bundeshaus in Bern. Quelle: Wikipedia
Die Stadt Greiz kann mit Freude vermerken, dass ein so namhafter Künstler der Glasmalerei wie Lüthi für Arbeiten im Arnoldstift gewonnen werden konnte.

Gärtnerische Gestaltung der Außenanlagen: Rudolph Reinecken, Greiz
Quellen: Frank Reinhold 2013, Barbara Schaufuss 1998, Greizer Tageblatt 1900
Rudolph Reinecken, 1846-1928, Schüler des namhaften Gartenkünstlers Eduard Petzold, Bad Muskau, war 1873-1923 über eine 50-jährige Dienstzeit hinweg in Greiz tätig. Er stand in den Diensten des Fürsten Heinrich XXII. zunächst als Hofgärtner, später als Garteninspektor und Gartendirektor. Er gilt als Mitschöpfer und Vollender des Fürstlichen Parks in Greiz. Auf der Grundlage von Plänen seines Lehrers Petzold und eigener Entwürfe schuf Reinecken im Auftrag Heinrichs XXII. in Erweiterung der ursprünglich vorhandenen Parkanlagen einen großräumigen romantischen Landschaftspark. In seiner gegenwärtigen Gestalt wird der ehemals fürstliche Greizer Park auch heute noch maßgeblich durch das langjährige Wirken Reineckens geprägt. Quellen: Marsch 2012, thüringerschlösser.de, www.greiz.de
Reinecken schuf auch außerhalb des Fürstlichen Parks in Greiz und auswärts Garten- und Parkanlagen. So gestaltete er u.a. die Ida-Höhe und das Tal Elfte Stunde, die Parkanlage am ehemaligen Jagdschloss Ida-Waldhaus und am Mausoleum in Ida-Waldhaus, die Lindenalle in der Carolinenstraße, den ehemaligen Denkmalsplatz, das Krankenhausareal, den Weg zur Bretmühle und den Stadtpark am Reißberg. Auch für private Auftraggeber schuf er parkartige Gartenanlagen. Er plante u.a. die Gestaltung des Grimm'schen Besitzes auf dem Hainberg, den Villengarten für Villa Ernst Arnold in der Plauenschen Straße und den Villengarten für Sommerhaus Paul Arnold in der Leonhardtstraße 64. Quelle: Rauchfuss 1998.
Betrachtet man die gartenkünstlerischen Werke Reineckens in ihrer Gesamtheit, so wird man an das Dessau-Wörlitzer Gartenreich erinnert, nur mit dem Unterschied, dass man das Greizer Gartenreich mit Ausnahme des ehemals Fürstlichen Parks nicht pflegte und erhielt. Es ist ein verführerischer Gedanke, alle die attraktiven Gartenschöpfungen Reineckens wieder erlebbar zu machen. Das wäre eine unschätzbare Bereicherung für Greiz und seine Umgebung. Und es würde auch den Ruf von Greiz als Ort der gründerzeitlichen Architektur festigen. Die romantische Landschaftsgestaltung Reineckens ergänzt in idealer Weise den historistisch-romantischen Baugestus der Gründerzeitarchitektur.

Im Umfeld des Arnoldstifts war ein weiträumiges bergiges Gelände unter Einbeziehung eines Steinbruchs zu gestalten. U.a. entstanden eine serpentinenartige Auffahrt, ein romantischer Treppenaufgang, ein Netz von Promenadenwegen mit Sitzgelegenheiten und Aussichtsplätzen, sowie die dazugehörenden Pflanzungen. Quelle: Greizer Tageblatt 1900
Die Stiftsgebäude mit ihrer gärtnerisch gestalteten Umgebung haben auch heute noch gemäß den Absichten Ihrer Schöpfer die Wirkung eines romantischen Schlosses. Freilich würde es den Anlagen guttun, den ursprünglichen Vorstellungen Reineckens wieder mehr Geltung zu verschaffen, etwa durch Beseitigung von Wildwuchs und die Freilegung
ursprünglicher Sichtachsen, wie das auch beim ehemals Fürstlichen Park geschieht.

 

Arnold-Stift

Die als Sozialstiftung errichtete Anlage ist ein großer, beeindruckender, auf einer Anhöhe gelegener Gebäudekomplex.

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Das Gebäude kann über geräumige Treppenanlagen und über eine serpentinenartige Zufahrt erreicht werden. Dem Gebäude vorgelagert ist eine großzügige Terrasse.

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Der Gebäudekomplex ist von einem großen, mit alten Bäumen bestandenen Grundstück in Hanglage umgeben. Leider sind die Sichtachsen zugewachsen, so daß das Stift von der Straße her nicht hinreichend zur Wirkung kommt.

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Das Grundstück grenzt an steil aufsteigenden Wald.
Die Schauseiten des Gebäudes sind in Klinker und Sandstein gehalten. Die Stützmauern der Terrasse sind in Grünstein aufgeführt. Die Hofseite ist verputzt und mit hellem Anstrich versehen.
Das Gebäude wird von einem großen Turm bekrönt, dessen Haube mit Schiefer eingedeckt ist.

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Die Gebäudefassaden sind schlicht, elegant und zugleich majestätisch. Die integrierte Stiftskapelle springt aus der Fassadenflucht vor.

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Nördliches Portal der ehemaligen Durchfahrt unter der Stiftskapelle in näherer Ansicht

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Portal der ehemaligen Durchfahrt mit Zufahrt entlang des Nordflügels des Stifts, Nordansicht der Kapelle

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Chor der Stiftskapelle aus westlicher Richtung

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Fundament des Chores der Stiftskapelle aus westlicher Richtung

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Bossierte Granitblöcke des Fundaments in näherer Ansicht

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Stützmauer der Terrasse aus südlicher Richtung

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Stützmauer, darüber Stiftskapelle

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Stützmauer, darüber Turm des Stifts 1

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Stützmauer, darüber Turm des Stifts 2

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Turm des Stifts, von unterhalb der Terrasse gesehen

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Fußweg zur Terrasse mit Treppe

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Südfassade des Stifts, von der Treppe zur Terrasse gesehen

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