Arnold-Stift
Beitragsinhalt
Arnold-Stift
Die Südostecke
Portal und Kapelle
Die Grabanlage
Die Gartengestaltung
 

Grabstätte Lina und Ernst Arnold

In der "Illustrierten Welt" fanden wir ein Porträt von Ernst Arnold, 1841-1893, einem der Stifter des Arnoldstiftes. Er war eine hoch geachtete Persönlichkeit in Greiz. Es gelang ihm nach dem Tod seines Vaters die Firma Friedrich Arnold, Weberei, zu Weltgeltung zu führen. Er hat darüber hinaus für die ganze Greizer Wollwarenindustrie bahnbrechend gewirkt.
Nach seinem frühen Tod führten seine jüngeren Brüder Paul und Hermann Ferdinand die Firma fort.

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Ernst Arnold starb im Jahre 1893 im Alter von knapp 52 Jahren.

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Foto: Archiv Wolfgang F. Arnold, MARSCH 2013

Porträt Ernst Arnold in näherer Ansicht

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Foto: Archiv Wolfgang F. Arnold, Ausschnitt 2013

Porträt 2 von Ernst Arnold

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Foto: Greizer Tageblatt 1900

Porträt 2 von Ernst Arnold, Gesichtsausschnitt

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Foto: Greizer Tageblatt 1900

Ernst Arnold wurde auf dem Greizer Alten Friedhof bestattet. Die Witwe, Lina Arnold, war beim Tod ihres Mannes knapp 44 Jahre alt. Sie heiratete aber kein zweites Mal. Sie setzte das soziale Engagement ihres verstorbenen Mannes fort und betreute die gemeinsam mit ihm errichteten Sozialstiftungen weiter. Ernst und Lina Arnold-Stift, Knabenhort, Kinderheim Ernst und Lisa Arnold. Sie errichte auch noch allein eine weitere Stiftung, die Kinderkrippe Marienstraße 10  (Hans Arnold)

Porträt Lina Arnold als junge Frau

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Foto: Sammlung Ingrid Oberfoell, Aachen

Lina Arnold in den mittleren Jahren

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Foto: Archiv Antje-Gesine Marsch

Porträt Lina Arnold, Ausschnitt

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Foto: Archiv Antje-Gesine Marsch

Porträt Lina Arnold im reiferen Lebensalter

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Foto: Greizer Tageblatt 1900

Ausschnitt eines Porträts von Lina Arnold im reiferen Lebensalter

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Foto: Greizer Tagblatt 1900

Zu Lina Arnold siehe auch Villa Ernst Arnold, Gartengestaltung.
Lina Arnold überlebte ihren Mann 35 Jahre. Wie ihr Neffe Hans Arnold (2014) berichtet, hatte sie an ihrem Lebensabend den Wunsch, dass ihr verstorbener Mann vom Greizer Alten Friedhof umgebettet werde zum Gelände des Arnoldstifts und dass dort ein gemeinsames Grab errichtet werde für ihren Mann und sie selbst. Sie wusste wohl, wie schwierig es sein würde, hierfür die Zustimmung der örtlich zuständigen Behörden zu erlangen. Deshalb erwog sie, ihrem Wunsch durch eine letzte große Stiftung an die Stadt Greiz Nachdruck zu verleihen. Sie wollte, dass ihr langjähriger Wohnsitz, die Villa Ernst Arnold, nach ihrem Tod der Stadt Greiz übereignet würde. Das wäre indessen mit großen Nachteilen für die unmittelbar neben der Villa gelegene Fabrik der Familie Arnold, die Firma Friedrich Arnold, Weberei, verbunden gewesen. Der unverzichtbare Löschteich für die Fabrik in Form eines Schwanenteichs liegt auf dem Villengelände. Über das Villengelände wurde die Fabrik mit Brauchwasser versorgt. Ein Teil des Villengartens wurde von der Fabrik zur Verbesserung der Verkehrsbedingungen auf dem Firmengelände benötigt. All dies wäre bei einem Eigentümerwechsel der Villa schwer zu lösen gewesen. Lina Arnold wurde deshalb von ihrer Stiftungsabsicht abgebracht und sie fand eine andere Lösung für ihre Spende zugunsten der Stadt Greiz. Die Villa Ernst Arnold blieb in den Händen der Erbengemeinschaft Arnold und war damit untrennbar mit der Firma verbunden. (Hans Arnold  2014) Als im Jahr 1948 die Firma Friedrich Arnold durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) enteignet wurde, traf das gleiche Schicksal die Villa Arnold. Die verbliebenen Bewohner, Mitglieder der Familie Arnold, mussten ausziehen. (Oberfoell 2014)
Aber zurück zu Lina Arnold. Es gelang tatsächlich, die Genehmigung zu erhalten, die sterblichen Überreste Ernst Arnolds umzubetten und nach dem Ableben von Lina Arnold ihrem Wunsch gemäß ein gemeinsames Grab der Eheleute im Park des Arnoldstifts zu errichten. (Hans Arnold 2014) Die Grabanlage befindet sich am höchsten Punkt des weitläufigen Grundstücks, an dessen nordöstlicher Grenze. Das Grabmal erhielt eine künstlerisch wertvolle Gestaltung, die heute noch zu bewundern ist.

Noch innerhalb des weitläufigen Geländes des Arnoldstifts, auf dem Bergeshang über den Stiftsgebäuden, befindet sich, umgeben von Wald, eine Grabanlage. Es ist die Ruhestätte des Ehepaares Lina und Ernst Arnold.

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Grabstein und Einfassung sind ganz in poliertem schwarzem Marmor ausgeführt. Vor dem Grabstein ruht die weiße Marmorfigur einer Trauernden. Die Figur ist durch ein gläsernes Dach geschützt. Das ist zwar für die Erhaltung des Denkmals wichtig, stört aber etwas den optischen Eindruck.

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Grab von links

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Figur der Trauernden. Ein langes leichtes Gewand umfließt ihren Körper und bildet zu ihren Füßen einen kunstvollen Faltenwurf.

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Die Figur der Trauernden wendet ihr Gesicht der Grabtafel zu. Ihre Hände hat sie auf dem Schoß gefaltet.

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Grabeinfassung

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Verdachung der Grabwand und goldene Aufschrift

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Nähere Ansicht der Aufschrift

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Grabtafel für Ernst und Lina Arnold. Lina Arnold überlebte ihren Gatten um 35 Jahre. Auch nach seinem frühen Tod setzte sie ihr soziales Engagement fort und finanzierte aus ihrem Vermögen mehrere Stiftungen.

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Figur der Trauernden. Infolge ihres gläsernen Schutzes kann sie nur schwer fotografiert werden.

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Gesicht und Oberkörper der Trauernden

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Gesicht der Trauernden in Nahaufnahme

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Profil der Trauernden

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Profil in Nahaufnahme

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Hände der Trauernden 1

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Hände der Trauernden 2

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Hände der Trauernden im Schoß der Gestalt

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Hände der Trauernden 3

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Hände der Trauernden 4

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Linke Schulter der Trauernden. Man beachte den komplizierten Faltenwurf des Kopfbehanges

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Linker Arm mit dem gefalteten Gewand

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Faltenwurf des Gewandes zu Füßen der Trauernden

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Antlitz der Trauernden frontal

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Antlitz der Trauernden in näherer Ansicht

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Antlitz der Trauernden leicht zur Seite gewandt

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Profil der Trauernden 1

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Profil der Trauernden 2

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Profil der Trauernden 3

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Profil der Trauernden 4

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Profil der Trauernden 5

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Profil der Trauernden 6

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Profil der Trauernden 7

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Profil der Trauernden 8

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Profil der Trauernden 9

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Profil der Trauernden 10

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Ruhebank am Grabmal

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Für die Eheleute Arnold wurde ein künstlerisch bedeutendes, ausdrucksstarkes Grabmal errichtet. Es ist unbedingt sehenswert. Die Marmorfigur der Trauernden ist ein hervorragendes bildkünstlerisches Meisterwerk. Es wurde fraglos von einem bedeutenden Bildhauer geschaffen. Diese Marmorplastik zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken, die Greiz in seinen Mauern beherbergt. Umso bedauerlicher ist es, dass dieser Schatz nahezu unbekannt ist und wenig beachtet wird.



 
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