Fürstliches Jagdschloss Ida-Waldhaus

Anschrift: 07987 Mohlsdorf, OT Waldhaus bei Greiz
Bauherr: Fürst Heinrich XXII. Reuss ä.L., 1846-1902
Namensgeberin: Fürstin Ida Reuss ä.L., geb. Prinzessin von Schaumburg-Lippe, Gemahlin Heinrichs XXII.
Baujahr: 1873
Architekt: Landbaumeister Edmund Oberländer, Greiz
Bauausführung: Maurermeister Heinrich Hoffmann, Greiz (siehe auch Villa Gustav Wagner)
Nutzung: seit 1902 nicht mehr als Jagdschloss genutzt, u.a. Nutzung durch Forstverwaltung, Genesungsheim, Gaststätte; Hauptteil abgerissen, seit etwa 1995 Leerstand der restlichen Baulichkeiten

Image

Foto: Fotosammlung Volkmar Schneider

Das Jagdschloss Heinrich XXII. war ein sommerlicher Landsitz. Die zweigeschossige Hauptfassade (zwischen den beiden Türmen) wurde durch drei giebelbekrönte Risalite beherrscht. Im mittleren Risalit befand sich das Portal, welches durch eine vorgelagerte Freitreppe erreicht wurde. Rechts lehnte sich in das Gebäude ein schlankes dreigeschossiges Türmchen mit Aussichtsplattform an. Links befand sich ein ebenfalls dreigeschossiger breiterer Turm mit quadratischem Grundriss, der erst im Jahr 1898 errichtet wurde. An den Turm schloss sich, im rechten Winkel zum Haupttrakt, ein weiterer Gebäudeflügel an, von dem auf unserem Bild nur ein Stück des Daches zu sehen ist.
Vor dem Jagdschloss befand sich eine Freifläche, die mit Ziergehölzen geschmückt war. Hinter dem Schloss erstrecken sich ausgedehnte Forsten, in denen der Fürst der Jagd oblag.
Ein vergrößerter Ausschnitt unseres Startbildes vermittelt einen Eindruck von der heiter-verspielten Architektur des fürstlichen Anwesens in der waldreichen Umgebung der ehemaligen Residenzstadt Greiz.

Image

Historisches Foto des Jagdschlosses in schwarz/weiß. Gut zu erkennen ist der Mittelrisalit mit Portal und Freitreppe. Im Obergeschoss sehen wir eine dreifach verkoppelte Fensteranlage. Rechts der Turm mit Aussichtsplattform.

Image

Foto: Georg Herz

Der markanteste Teil des ehemaligen Jagdschlosses, der erhalten ist, ist der quadratische Südostturm. Er ist zwar stark überformt, aber noch zu erkennen. Der sich rechts anschließende Haupttrakt des Jagdschlosses existiert nicht mehr.

Image

Image

Die Reste des Jagdschlosses aus südlicher Richtung. Rechts der charakteristische Südostturm. Den Haupttrakt des früheren Jagdschlosses muss man sich hinter dem Turm, von ihm verdeckt, vorstellen. Links vom Turm sehen wir einen lang gestreckten Bau, den es in ähnlichen Dimensionen auch zu Zeiten des Jagdschlosses gegeben hat. Dieser westliche Flügel bildete mit dem Haupttrakt die Form eines Dreiecks, an dessen Spitze der quadratische Turm stand. Der Westflügel ist stark überformt. Was vom alten Jagdschloss hier noch original vorhanden ist, ist schwer zu erkennen. Bestenfalls sind es die Grundmauern. Immerhin lässt das Bild eine entfernte Ahnung vom Aussehen der südlichen Front des Jagdschlosses zu.

Image

Nähere Ansicht

Image

Südseite des Turmes, links sich anschließend ein Teil des Westflügels. Die Fensteröffnungen des Turmes wurden verändert. Gründerzeitliches Fassadendekor fehlt.

Image

Der Turm aus südwestlicher Richtung. Wir sehen schönen alten Baumbestand.

Image

Nähere Ansicht des Turms aus südwestlicher Richtung

Image

Turm mit Anbau aus Richtung Nord

Image

Teil des aus unregelmäßigen Schieferblöcken geformten Sockels. Der Naturstein wurde mit Fassadenfarbe bedeckt.

Image

Sockel und Kellerfenster mit Graniteinfassung

Image

Kellerfenster. Der monolithische Granitsturz hat dem Druck nicht standgehalten. Eine Stahlplatte wurde zur Abstützung eingezogen.

Image

Waldhaus hat auch andere Anziehungspunkte. Wir nennen die romantische Lage im Wald, die reizvollen Wanderwege, die zu ihm hinführen, das Tiergehege, gepflegte ländliche Gastlichkeit und nicht zuletzt die gründerzeitliche Fürstliche Gruftkapelle Heinrich XXII., die restauriert wurde und zu besichtigen ist (Artikel erscheint in Kürze). Trotzdem ist es bedauerlich, dass von dem Fürstlichen Jagdschloss Ida-Waldhaus so wenig übrig geblieben ist.

Wir danken Frau Ute Rothe, Waldhaus bei Greiz, für freundlich gewährte Unterstützung. Sie gab uns wertvolle Informationen und stellte uns Bildmaterial zur Verfügung.
Wir danken Herrn Volkmar Schneider für die Erlaubnis, ein historisches Bild des Jagdschlosses (unser Startbild) verwenden zu dürfen.

Quellen:

Volkmar SCHNEIDER: Der historische Greizer Postkartenkalender 2011, Greiz, Tischendorf
Georg HERZ: Greiz in alten Ansichten. Zaltbommel, Niederlande 1991

 
< zurück   weiter >