Kaiserliches Post- und Telegrafenamt
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Kaiserliches Post- und Telegrafenamt
Posthausgrafik

Anschrift: Greiz, Heinrich-Fritz-Straße 8
Baujahr: 1886/87
Bauherr: Deutsche Reichspost
Architekt: ungeklärt
jetzige Besitzverhältnisse: ungeklärt
Nutzung: Leerstand

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Das Äußere des Hauses

Nach der Reichsgründung 1871 entstand ein einheitliches deutsches Postwesen, die Deutsche Reichspost. Für den neu entstandenen Bundesstaat "Deutsches Reich" war es wichtig, in den Bundesstaaten die kaiserliche Zentralgewalt zur Darstellung zu bringen. Ein Mittel dafür waren u.a. auch die örtlichen Kaiserlichen Postämter. Deshalb entstanden in ganz Deutschland Postgebäude, die auch architektonisch den Machtanspruch des neu entstandenen Kaisertums zum Ausdruck bringen sollten. Die Postämter erhielten stattliche Gebäude, die mit wertvollem Gebäudeschmuck ausgezeichnet wurden.
Auch Greiz erhielt ein prachtvolles Postamt. Es ist in Greiz im so beliebten Gelbklinker/Sandstein-Stil errichtet.

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Glücklicherweise wurde das Postgebäude außen kaum verformt, so dass man seine Schönheit noch weitgehend in der ursprünglichen Gestalt bewundern kann. Auch der bauliche Zustand des Gebäudes ist recht gut.

Für ein Kaiserliches Postamt war es obligat, an hervorgehobener Stelle den Kaiserlichen Adler zu tragen, wie wir es auch an der benachbarten Reichsbank sehen. Am Greizer Kaiserlichen Postamt suchen wir den Adler vergeblich. Am Giebel über dem Hauptportal sehen wir nur eine glatt geschliffene Tafel.

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Vermutlich wurde zu späterer Zeit der Adler entfernt wie auch andere Zeichen getilgt wurden, etwa das Turnerkreuz über der Turnhalle der Mädchenschule.

Ein Nebengiebel des Postamtes trägt ein unverfängliches Symbol: Das Posthorn. Es hat schadlos die Zeiten überdauert.

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Wir betrachten einige weitere Details:

Hauptportal mit flankierenden Säulen und Überdachung

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Hauptportal frontal. Wir sehen zwischen Oberlicht des Portals und der Verdachung die nachträglich auf dem Sandstein mit schwarzer Farbe aufgetragene Aufschrift "Postamt".

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Verdachung des Hauptportals

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Hauptfassade mit Portal aus südöstlicher Richtung

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Blick zum Giebel über dem Portal

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Fassadenpartie neben dem Portal

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Unterer Teil einer Säule am Portal. Im Hintergrund "Haus Heller"

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Fassade mit Hauptportal und Seitenportal links.

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Fassadenpartie mit kleinem Giebel über dem linken Seitenportal

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Verkoppelte Fenster mit Rundbögen

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Verkoppelte Fenster frontal

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Fensterbrüstung in Nahaufnahme

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Verkoppelte Fenster mit Entlastungsbogen aus Sandstein

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Einzelfenster mit Rundbogen

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Treppenhausfenster mit Umfeld

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Mezzaninfenster des seitlichen Treppenhauses

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Runde Ziertafel, Kranz aus Eichen- und Lorbeerzweig

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Schmucktafeln mit postalischer Symbolik

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Seitenportal mit verzierter Holztür

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kunstgeschmiedete Vergitterung des Kellerfensters

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Giebel über dem Hauptportal aus nordöstlicher Richtung

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Ergänzungsbau auf dem rückwärtigen Teil des Postgeländes

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Giebel des Ergänzungsbaues

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Ansicht des Ergänzungsbaues an der Poststraße aus nordwestlicher Sicht

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Ergänzungsbau frontal aus Richtung West

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Fenstergruppe des Ergänzungsbaues mit eleganten Fenstereinfassungen und gemauertem Entlastungsbogen, originale Vergitterungen

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Mittelrisalit des Ergänzungsbaues mit Bekrönungsgiebel

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Verdachung der verkoppelten Fenster am Mittelrisalit, im Tympanon der Verdachung Posthorn

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Ornamente zwischen Verdachung und Fenster

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Posthorn im Tympanon der Verdachung

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Giebelbekrönung mit Festons und Bändern

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Neuzeitliches Tor des Postgebäudes

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Man erkennt noch, dass das Postgelände mit einem kunstgeschmiedeten Zaum umschlossen war.

Nördliche Hofseite des Postamtes

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Fassadenpartie der Hofseite mit Balkon und Hofpforte

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Hoffassade aus nordwestlicher Sicht. Das Dachgeschoss wurde offenbar nachträglich ausgebaut und erhielt eine in der Gründerzeit unübliche, sich fast über die gesamte Länge des Daches erstreckende Schleppgaupe für die Dachfenster.

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Seitentrakt der Paketabfertigung. Man beachte das elegante dreizügige Fenster in Form einer Serliana: Sandsteineinfassung, originale Vergitterung, über der Fensteranlage integrierte Entlastungswölbung mit Schlussstein.

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Ziergiebel der Paketabfertigung

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Verkoppelte Fensteranlage mit prachtvoller Vergitterung

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Vergitterung in Nahaufnahme

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Nebenportal

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Detail des Nebenportals

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Schmiedearbeit am Nebenportal. Rechts unten auf dem Zwickel fehlt der Knopf.

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Portal der Paketabfertigung mit Freitreppe und verdachtem Oberlicht

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Oberlicht und Verdachung des Portals

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Bedauerlicherweise hat die Deutsche Post das prächtige Haus als Dienstgebäude aufgegeben. Im Zuge der Aktivitäten zur Popularisierung des Gründerzeiterbes in Greiz sollte das historische Kaiserliche Postamt unbedingt Beachtung finden. Es ist angesichts baukünstlerischer Gestaltung, Verwendung edler, beständiger Baumaterialien und Erhaltungszustand eines der hervorragenden Gebäude der Gründerzeit in Greiz. 



 
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