Villa Golle

Anschrift: Greiz, Zentastraße 2
Baujahr: 1896/97
Bauherr: Victor Louis Golle
Inhaber "Wolldruckerei Golle", Greiz
Architekt: Baumeister Ernst Steiner
jetzige Besitzverhältnisse: Privatbesitz
Nutzung: Geschäftshaus

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Die Villa war einmal ein sehr attraktives Gründerzeitgebäude. Durch die Verwendung von Baumaterialien, die in Greiz seltener zum Einsatz kamen, nämlich hellen Klinker und roten Sandstein, hob sich das Gebäude vom Umfeld ab.

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Bedauerlicherweise wurde eine Reihe von baulichen Veränderungen vorgenommen, die den früheren prächtigen Eindruck beeinträchtigten:

  • Eindeckung der turmartigen Erkerhaube mit unpassenden Schindeln und Entfernung des Dachschmuckes
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  • Schließung von Öffnungen in der Fassade
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  • Einsetzung einflügeliger unpassender Fenster
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  • Verlust der ursprünglichen Dacheindeckung, auf der durch unterschiedliche Farben der Dachziegel ein Ornament gestaltet wurde. Reste der farbigen Eindeckung sind noch auf dem Dach des abgewalmten Giebels links zu sehen.
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Auch das übrige Dach zeigt noch Reste der Früheren farbigen Eindeckung.

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  • Der Sockelbereich wurde unpassend glatt verputzt und hell gestrichen.
  • Im Sockelbereich wurden unpassende Fenster eingesetzt.
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Trotz dieser Bausünden sind noch einige Schönheiten zu bewundern:

  • Der ausgewogene Baukörper des Hauses
  • Der Ziergiebel auf der Straßenfassade
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  • Die zwei Erker an den beiden Ecken der Straßenfront
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  • Die schönen roten Natursteinfassungen der Fenster

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Wir zeigen noch weitere Details:

Konsole und Nische für eine Fassadenfigur

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Segensspruch und Tafel des Baumeisters

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Ziergiebel über der Straßenfront. Er wird von einem Obelisken bekrönt. Das Giebelfenster ist als Serliana gestaltet.

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Partie der Straßenfront rechts. Der Erker hat seine Haubenspitze eingebüßt.

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Brüstung des südlichen Erkers sowie Bogen des darunter befindlichen Fensters

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Ziertafel auf der Erkerbrüstung. Als Inhaber einer Wolldruckerei führt der Bauherr das Schild des Malerhandwerkes

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Erkerfuß

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Kleines Einzelfenster unter dem Süderker

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Südliche Gebäudekante. Links im Hintergrund Villa Jeßnitzer und auf der Anhöhe der Gasparinentempel. Erklärung hierzu im Beitrag Villa Jessnitzer.

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Gesamtansicht der Nordfassade. Neben dem Hauptkörper der Villa mit dem außen angebauten Treppenaufgang sehen wir einen saalartig lang gestreckten Seitenflügel mit großen Fenstern.

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Hauptkörper des Villengebäudes aus nördlicher Richtung gesehen. Die phantasievolle Fassadengestaltung erinnert an ein Schlösschen.

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Nordfassade, origineller Treppenaufgang

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Portal

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Schmiedeeiserne Garteneinfriedung

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Detail des Zaunes

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Es würde sich lohnen, die Villa in ihrer früheren Pracht zu rekonstruieren. Auch in ihrem jetzigen Zustand ist sie sehenswert. Ihr Anblick regt die Vorstellungskraft an, ihre frühere Schönheit zu erahnen.

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