Grabstätte Zirnité

Familie Zirnité gehört zu jenen einflussreichen Familien, die das Wirtschaftsleben in Greiz prägten (Firma Zirnité und Kolbig, Weberei). Mit dem Namen sind verschiedene Baulichkeiten in Greiz verbunden. Wir sind deshalb nicht überrascht, auf dem Neuen Friedhof auch eine repräsentative Grabstätte vorzufinden.

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Siehe auch Haus Wilhelm Eilers und Firmengebäude Zirnité & Kolbig

Sie stammt aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Gründerzeit und Jugendstil sind nicht mehr wirksam. Das Grabmal zeigt gerade Linien und ist kaum geschmückt. Im Mittelpunkt der Gestaltung steht eine große bronzene Urne, die sich über dem kraftvollen, schwarzen steinernen Postament erhebt.

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Die Urne ist unter anderem mit einem Anker geschmückt. Der Anker gilt als Symbol der dauerhaften Einkehr und Ruhe nach einem bewegten Leben. Die nicht mehr gepflegte Grabanlage ist durchaus erhaltenswert. In ihrer Monumentalität ist sie eine Sehenswürdigkeit.

Die Grabstätte wurde geschaffen von Prof. Max Hans Kühne, Dresden, 1874-1942.

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Foto: Lessmann

Architekt Kühne war (gemeinsam mit W. Lossow u.a.) Schöpfer des Leipziger Hauptbahnhofs und des Dresdener Schauspielhauses. Kühne zählt zu den Vertretern des Werkbundstils (Deutscher Werkbund, gegründet 1907). Der Werkbund hatte die Zielsetzung, eine moderne Architektur des 20. Jahrhunderts zu entwickeln.
Wenn wir dafür plädieren, die Grabstätte Zirnité zu erhalten, geht es nicht nur um das Andenken an die Familie Zirnité. Es geht auch um ein wirkungsvolles, künstlerisch wertvolles Grabmal und um die Erinnerung an seinen Schöpfer Max Hans Kühne. Greiz kann es sich zur Ehre anrechnen, ein Werk diesen namhaften Meisters in seinen Mauern zu beherbergen.
Wir danken den Eheleuten Susanne und Lennart Lessmann für den Hinweis auf Max Hans Kühne.

 
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