(5.2.1) Haus Parkgasse 46/48

Es gibt in Greiz eine Reihe von Gebäuden, die Gestaltungselemente des Jugendstils aufweisen. Schwierig ist es aber, ein Haus zu finden, das man als reines Jugendstilhaus bezeichnen könnte. Häufig sind Vermischungen mit dem vorangegangenen Gründerzeitstil einerseits oder mit dem nachfolgenden Reformstil andererseits zu beobachten. Das ist auch ganz natürlich.
Ein Stilwechsel vollzieht sich nicht schlagartig, sondern schrittweise. So kommt es zwangsläufig zu einem nebeneinander von Gestaltungselementen, die streng genommen nicht zusammen-gehören. Das tut aber dem Reiz solcher Gebäudeschöpfungen keinen Abbruch. Man kann so die Dynamik der Stilentwicklung verfolgen.
Auch Haus Parkgasse 46/48 ist wie man auf unserem Startbild sieht, nicht ausschließlich von einem Stil geprägt. Die Gesamtstruktur der Fassade ist deutlich von gründerzeitlichen Ordnungsprinzipien geprägt. Auch die untere Hälfte der schmalen Fenster ist gründerzeitlich, ebenso sind es die flachen Bögen über den Fenstern des Parterres. In der weiteren Gestaltung der Fassade dominiert aber der Jugendstil. Deshalb wählen wir Haus Parkgasse 46/48 als erstes Beispiel eines Jugendstilhauses.
Die Fassade ist im Sockelbereich sowie im Hochparterre mit rotem Backstein verkleidet. Die oberen Etagen sind verputzt. Das Dekor ist aus Fassadenstuck geformt. Die Fassade verfügt über acht Fensterzüge. Zwei Erker mit Giebelbekrönung lockern die Fassade auf. Die Fassadeneinteilung ist nicht symmetrisch. Das Portal befindet sich im fünften Fensterzug von links. Links des nördlichen Erkers befindet sich nur ein Fensterzug, rechts des südlichen Erkers befinden sich zwei Fensterzüge.

Giebelbekrönung eines Erkers. Man beachte die charakteristische Jugendstilmaske,
die sich im Dekor auflöst, die florale Dekoration sowie die geschweifte Gestaltung der Fensterrahmen.

Jugendstilmaske, darüber florales Dekor

Dreiteiliges Erkerfenster, flankiert von Pilastern, die Fensteröffnung ist mit einem
waagerechten Bogen überbrückt.

Oberlichter und waagerechter Bogen

Dreiteiliges Fenster unter dem Erker

Konsole des Erkers, das florale Dekor täuscht ein Gesicht vor

Kapitell mit Apfeldekor 6233

Verkoppeltes Mansardenfenster

Fassadenpartie in den oberen Etagen

Fassadenpartie im Hochparterre

Oberlicht des Portals

Ätzdekor auf dem Glas

Portal

Füllungsfenster des Portals

Unterer Teil des Portals

Detail der Haustür

Detail der Haustür

Detail des Oberlichtfensters

Detail des Oberlichtfensters

Fensterkonsole

Fensterkreuz

Detail des Fensterrahmens

Sohlbank und Regenablauf

Oberlicht und flacher Bogen

Detail des Oberlichts

Dreiteiliges Mansardenfenster

Oberlicht und Verdachung des Mansardenfensters

Dekor zwischen den Mansardenfenstern

Dekor etwas näher 6236b

Verkoppelte Kellerfenster mit Granitsturz

Einzelnes Kellerfenster

Vergitterung des Kellerfensters
Das sorgfältig restaurierte Jugendstilgebäude in der Parkgasse ist eine Sehenswürdigkeit.
In Greiz wurde nicht nur im Gründerzeitstil prachtvoll gebaut. Auch der Jugendstil inspirierte
zu hervorragenden baukünstlerischen Leistungen.
Stand April 2013