(2.4.6)  Firmensitz Grosse

Ehemalige Firma H. Grosse, Maschinenfabrik (Webmaschinen)
Anschrift: Greiz, Brunnengasse 14
Baujahr: 1890
Bauherr: Louis Dix
Architekt: 
jetzige Besitzverhältnisse: 
Nutzung: gewerblich


Schmiedemeister Louis Dix gründete das „Greizer Eisenwerk“ und ließ das abgebildete Gebäude 1890 als Wohn-, Lager- und Werkstattgebäude errichten. Die Initialen „L.D.“. das ist Louis Dix, sind heute noch auf den Füllungsgittern der Haustür zu sehen.
Im Jahre 1911 übernahm Hermann Grosse die Firma und baute sie weiter aus. Es erfolgte die Umbenennung in Firma H. Grosse, Maschinenfabrik. (BLASE 1995-98)
Die Firma Grosse stellte ein wesentliches Glied in der Greizer Produktpalette dar. Sie lieferte den Textilfirmen Maschinen und Ausrüstungen.
Das Hauptgebäude des Firmensitzes vereinigt in sich in ungewöhnlicher Weise gleich mehrere Funktionen: Fabrikationsräume im Erdgeschoss, darüber das Direktionskontor und noch eine Etage höher die herrschaftliche Wohnung mit Balkon.


Die Fassade wird besonders ausgezeichnet durch den imposanten Balkon, der auf majestätischen Konsolen ruht und von schweren Sandsteinbalustraden begrenzt wird. Trotz starker Verwitterung sehen wir sogar noch Blumenkästen.


Sehenswert ist auch das repräsentative, dreizügige Fenster mit Sandsteineinfassung und Verdachung.


Unter dem Balkon verkoppelte Fenster. Baluster stützen die Sohlbank.


Auszeichnend wirkt auch die turmartig gestaltete Haube des Gebäudes.


Links des Balkontraktes ein Fabrikationsgebäude. Auch dessen Fassade ist edel gestaltet. man beachte die langen schlanken Fenster und das Hauptgesims.


Die Fabrikationsräume in der Frontalsicht. Sehenswert der Fabrikschornstein aus der Entstehungszeit, eine Rarität. Im Hintergrund die Anhöhe des Tempelwaldes.


Das Mansardendach ist zwar durch unpassende Pappschindeln entstellt, aber noch sind die reizvollen Zinkeinfassungen der runden Mansardenfenster erhalten.


Nordseite des Firmengebäudes. Der Bretterverschlag links ist eine „wirkungsvolle“ Zutat aus neuerer Zeit.


Bekrönung des Risalits der Nordfassade. Am Mansard sieht man noch die ursprüngliche Eindeckung mit Schiefer.


Balusterreihe unter einem Fenster der Nordfassade


Fassadenpartie der Nordseite


Portal Nordseite


Portal Ausschnitt mit gründerzeitlichem Schreiner- und Kunstschmiedearbeiten. Die Oberflächenbehandlung der Gitter kann nicht überzeugen.

Der Hauptteil der Fabrikationsgebäude ist neuzeitlich überfremdet. Deshalb wird er nicht gezeigt.

Detail des Füllungsgitters mit den verschlungenen Initialen „L.D.“ (Louis Dix)


Ansicht des Firmengebäudes aus größerer Distanz, vom Gelände des Greizer Bahnhofs aus gesehen. Links im Hintergrund ist ein neueres Fabrikationsgebäude zu sehen.


Der noch original erhaltene Schornstein mit polygonalem Grundriss und zweifarbigen Backsteinlagen.


Ansicht des Hauptgebäudes frontal aus östlicher Richtung


Ansicht mit den seitlichen Anbauten

Es gäbe manches zu tun an diesem Gebäudeensemble. Die Restaurierung würde sich lohnen. Auch im jetzigen Zustand ist ein Besuch interessant.

Stand Januar 2011