(2.6.1)  Grabanlagen – Vorbemerkung

Wenn es in einer Stadt ein wohlhabendes Bürgertum gab, das für Wohn- und Repräsentationszwecke prächtige Villen und Stadthäuser errichtete, kann man damit rechnen, dass auf den Friedhöfen der Stadt künstlerisch hoch stehende und wertvolle Grabanlagen zu finden sind. Das bestätigt sich auch in Greiz.

Auf dem „Neuen Friedhof“ in Greiz sind bemerkenswerte alte Familiengräber zu entdecken und wir begegnen all den bekannten Familiennamen wieder, die die industrielle Entwicklung der Stadt zur Gründerzeit maßgeblich mitbestimmten. Wir sehen die Namen der Familien wieder, die durch die Errichtung prunkvoller Wohnbauten das Erscheinungsbild der Stadt auch heute noch eindrucksvoll bereichern.
An den Familiengräbern lässt sich die stilistische Weiterentwicklung gut verfolgen. Die wenigsten Gräber repräsentieren den Gründerzeitstil in seiner reinen Form. Wir sehen schon den Übergang zum Jugendstil und anderen Stilformen. Das ist dadurch zu erklären, dass die Wohnhäuser zumeist älter sind als die Gräber.
Es finden sich bemerkenswerte Grabanlagen, die durch ihre Gesamtgestaltung sowie den figürlichen und ornamentalen Schmuck beeindrucken. Die wohlhabenden Greizer Bürgerfamilien hatten die finanziellen Mittel, aber auch den Kunstsinn, um in ihren Gräbern Kunstwerke von Rang entstehen zu lassen.

Der Erhaltungszustand der Gräber ist sehr unterschiedlich. Auch hier wirkt sich aus, dass entweder keine Nachkommen mehr in Greiz leben oder die Zahlungskraft der Familien nicht mehr hinreicht, um die Werterhaltung zu finanzieren. Es ist deshalb eine wichtige öffentliche Aufgabe, diese auf dem Friedhof versammelten Kunstwerke zu erhalten.
Die Kunstwerke des Greizer „Neuen Friedhofs“ sollten bei den Greizer Bürgern mehr Interesse finden. Sie sollten auch bekannt gemacht werden, damit Besucher der Stadt Greiz diese Sehenswürdigkeiten in ihr Besichtigungsprogramm aufnehmen können.
In folgendem sollen einige der schönsten Grabstätten vorgestellt werden.