Kaiserbahnhof Halbe

Beitragsinhalt:
* Kaiserbahnhof Halbe – Entstehung und Zustand vor der Restaurierung
* Innenaufnahmen und Beginn der Restaurierung
* Kaiserbahnhof mit neuen Fenstern
* Gestaltung der Innenwände und Decken                                                                                                                              * Garten des Kaiserbahnhofs

Kaiserbahnhof Halbe – Entstehung und Zustand vor der Restaurierung

Das preußische Herrschergeschlecht der Hohenzollern besaß südlich von Königs Wusterhausen ausgedehnte Jagdgebiete. Bereits König Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) nutzte das Königs Wusterhausener Schloss als Jagdschloss. Bis zuletzt unter Kaiser Wilhelm II. (1888-1918) wurden in den über Königs Wusterhausen zu erreichenden Jagdgebieten Hofjagden veranstaltet.
Mit der Entwicklung des Eisenbahnwesens in Deutschland entstanden auch so genannte Fürstenbahnhöfe. Es waren gesonderte Empfangsanlagen im Bereich eines Bahnhofs für „höchste und allerhöchste Herrschaften“.

Als mit Baubeginn 1865 die über Königs Wusterhausen führende private Berlin-Görlitzer-Eisenbahn gebaut wurde kam es am Bahnhof Halbe zur Errichtung eines „Königlichen Empfangsgebäudes“ für die Hofjagdgesellschaften, die das Forsthaus Hammer anstrebten. Damals gab es noch keinen Kaiser, es regierte Wilhelm I., König von Preußen, nachmals deutscher Kaiser (1861-1888).

Erbaut wurde das Gebäude von Architekt August Orth. Es wurde 1865 vollendet. Wir können somit das Jubiläum „150 Jahre Kaiserbahnhof Halbe“ feiern.
August Orth, 1828-1901, war ein vielbeschäftigter Berliner Architekt, dessen Schaffen vom Historismus geprägt war.

WIKIPEDIA 4/2015

WIKIPEDIA 4/2015

Orth errichtete u.a. 1873 die Zionskirche in Berlin, WIKIPEDIA 4/2015

Er erhielt auch zahlreiche Aufträge durch den Eisenbahnunternehmer Strousberg. Er erbaute den Ausgangspunkt der Berlin-Görlitzer Eisenbahn, den monumentalen Görlitzer Bahnhof, der im II. Weltkrieg zerstört wurde.

Für Strousberg persönlich erbaute er 1867/68 an der Berliner Wilhelmstraße ein repräsentatives Stadtpalais, das Palais Strousberg. Das Palais wurde im II. Weltkrieg zerstört. An seiner Stelle steht heute der Neubau der Britischen Botschaft.

Palais Strousberg, Portikus, WIKIPEDIA 3/2015

Die überaus prachtvolle Ausstattung des Gebäudes war gegen Ende des XIX. Jahrhunderts beispielgebend für neu zu errichtende Palastbauten der damaligen Zeit. WIKIPEDIA 3/2015 Wir zeigen ein Foto des Festsaales im Palais,

Palais Strousberg, Festsaal, WIKIPEDIA 3/2015

sowie eine Entwurfszeichnung des Architekten Orth zum Festsaal. Ein Ausschnitt der Entwurfszeichnung von Orth zeigt, wie verschwenderisch der Architekt den Saal dekorierte.

Palais Strousberg, Festsaal, Entwurfszeichnung Orth, WIKIPEDIA 2015

 

Entwurfszeichnung, Detail, WIKIPEDIA 3/2015

Von Strousberg erhielt Architekt Orth auch den Auftrag, das königliche Empfangsgebäude am Bahnhof Halbe zu erbauen, das nach der Reichsgründung 1871 zum Kaiserbahnhof wurde.

Orth fertigte u.a. zwei Entwurfsskizzen an, die Gesamtansichten bieten und eine Vorstellung davon vermitteln, wie das vorgesehene Gebäude aussehen sollte. Die von Orth entwickelte Konzeption wurde im wesentlichen umgesetzt. Da viele Werke Orths infolge Kriegseinwirkungen für immer verloren sind, ist es umso erfreulicher, dass der Kaiserbahnhof in Halbe noch steht und restauriert wird.
Wir zeigen zunächst eine Zeichnung Orths, die das Gebäude frontal von der Straße aus gesehen darstellt. Wir sehen zwei der Ecktürme, die vier großen Rundbogenfenster und die Eingangsloggia. Auf dem Dach des Portikus prangt der Preußische Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Der Adler befindet sich gegenwärtig nicht an seinem Platz, er soll aber noch vorhanden sein wie der jetzige Besitzer versichert. (MACKY 2015)
Über den beiden Giebelspitzen befinden sich Postamente, die jeweils eine große Fahnenstange tragen. Sie sind gegenwärtig nicht vorhanden.
Orth hatte vorgesehen, die Fenster jeweils mit drei großen Scheiben auszustatten, eine halbrunde Scheibe als Oberlicht und zwei große durchgehende Scheiben unter dem Fensterkreuz für die beiden Fensterflügel. Genauso werden die Fenster zurzeit im Zuge der Restaurierung wieder hergestellt.
Links, zum Garten hin, ist dem Gebäude eine kleine Terrasse vorgelagert. Sie ist zum Garten hin durch eine niedrige Brüstung begrenzt, die einen halbrunden Bogen beschreibt. Diese Terrasse ist gegenwärtig nicht vorhanden, man habe aber Fundamente gefunden und wolle sie in der von Architekt Orth vorgesehenen Form wieder herstellen. (RINGKAMP 2015)
Die von Orth vorgesehene farbliche Gestaltung der Fassade wurde durch den Einsatz von Backsteinen des entsprechenden Farbtons in Rohbauweise realisiert.

Die zweite von Orth gefertigte Zeichnung zeigt das Gebäude aus südöstlicher Richtung. Wir sehen die Straßenfassade mit Portikus sowie die südliche Giebelseite mit der vorgelagerten halbrunden Terrasse. Links wird der Bahnsteig angedeutet. Rechts im Hintergrund ist das allgemeine Empfangsgebäude des Bahnhofs Halbe zu sehen. Die sehr plastisch wirkende Entwurfszeichnung ist ästhetisch überaus ansprechend und vermittelt einen Eindruck von der Zeichenkunst des Architekten.

Entwurfszeichnung Orth 1865, Sammlung MACKY, 2015

Nähere Ansicht der Entwurfszeichnung Orth 1865, Sammlung MACKY, 2015

Entwurfszeichnung Orth 1865, Sammlung MACKY, 2015

Nähere Ansicht der Entwurfszeichnung mit schrägem Blickwinkel

Auf einer historischen Postkarte sehen wir den Zustand des Kaiserbahnhofs um 1900. Der Beschriftung ist zu entnehmen, dass die Aufnahme nach Gründung des Kaiserreichs, d.h. nach 1871, aber vor Abschaffung der Monarchie, d.h. vor 1918 gemacht worden sein muss. Man erkennt, dass die Verglasung der großen Fenster noch intakt ist. Die Fahnenständer mit ihren Postamenten sind unversehrt. Das Gartengelände links vom Gebäude ist mit einem Holzzaun eingefriedet. Die Beschriftung ist nicht ganz korrekt. Das Gebäude diente nie als Jagdschloss und gehörte auch nie dem Kaiser oder dem Hohenzollerngeschlecht. (WIKIPEDIA 1/2015) Es war ein Bauwerk der Eisenbahn und diente bis zum Ende der Monarchie als Empfangsgebäude für den Kaiser und seine Gäste.

Historische Postkarte um 1900, zeuthen-online.de, 2015

Auf einer weiteren historischen Postkarte sehen wir das Gebäude des Kaiserbahnhofs und im Hintergrund rechts das allgemeine Empfangsgebäude des Bahnhofs Halbe. Diese Postkarte stammt vermutlich aus der Zeit nach dem Sturz der Monarchie, d.h. nach 1918. In der Beschriftung ist der Kaiser nicht erwähnt. Zwar befindet sich der preußische Adler noch über dem Portikus, aber es sind Umbauten zu erkennen. Der Portikus ist durch ein Gatter gesichert. Das hatte es zu Kaisers Zeiten sicherlich nicht gegeben. Noch gravierender ist es, dass links vom Portikus zwei der großen Fenster zugemauert wurden. Es wurden kleinformatige Fenster eingesetzt.

Historische Postkarte nach 1918, zeuthen-online.de, 2015

Der Portikus in näherer Ansicht. Bemerkenswert ist, dass die großen Fenster des Gebäudes durch Fensterläden gesichert waren. Das ist auch verständlich, denn der Kaiserbahnhof war über lange Strecken des Jahres unbenutzt.

Historische Postkarte nach 1918, Ausschnitt, zeuthen-online.de, 2015 

Wir wollen auch dem Eisenbahnunternehmer Bethel Henry Strousberg 1823-84 unsere Reverenz erweisen. Ihm als Auftraggeber und Finanzier ist es in erster Linie zu verdanken, dass es den Kaiserbahnhof Halbe gibt.

Strousberg war ein überaus erfolgreicher Unternehmer in Preußen. Besonders engagierte er sich beim Eisenbahnbau.

Porträt Strousberg, unbekannter Zeichner, vor 1876

Angesichts seiner wirtschaftlichen Erfolge kam er zu märchenhaftem Reichtum und konnte sich in seinem Lebensstil zeitweise mit den höchsten Fürstlichkeiten vergleichen.

Ludwig Knaus: Familienbildnis Strousberg 1870, Anagoria, 2015

Auf dem Höhepunkt seines Erfolges besaß er mehrere Schlösser und in Berlin das von Architekt Orth nach seinen Wünschen erbaute Stadtpalais an der Wilhelmstraße (Strousberg-Palais)

Im Jahre 1875 brach das Strousbergsche Wirtschaftsimperium zusammen und Strousberg musste Konkurs anmelden. Den größten Teil seines Vermögens verlor er. Strousberg verstarb am 31. Mai 1884. Sein Familiengrab befindet sich auf dem St. Matthäus-Kirchhof in Berlin Schöneberg. 

WIKIPEDIA 2/2015

Aber kehren wir zum Gebäude des Kaiserbahnhofs zurück.

Das Gebäude steht südlich des allgemeinen Empfangsgebäudes des Bahnhofs Halbe und hat die Anschrift: Halbe, Bahnhofstraße 31.
Nach Errichtung des deutschen Kaiserreiches 1871 wurde das Gebäude in Halbe zum „Kaiserlichen Empfangsgebäude“ bzw. zum „Kaiserbahnhof Halbe“. In der Tat sind hier, wenn auch selten, der deutsche Kaiser und seine Jagdgesellschaften angereist.
Mit der Abschaffung der Monarchie 1918 verloren die Fürstenbahnhöfe ihre Bedeutung und standen zumeist leer. So erging es auch dem Kaiserbahnhof Halbe.
Der Kaiserbahnhof ist ein rechteckiges Backsteingebäude. An jeder Ecke des Gebäudes steht ein viereckiger Turm mit flachem Dach und begehbarer Plattform. Die vier Türme verleihen dem Gebäude ein kastellartiges Gepräge. Unser Startbild zeigt den Südgiebel, wo sich ein kleiner Garten anschließt.

Südfassade mit den zwei Südtürmen

Detail der Südfassade. Die durch den großen Bogen überbrückte Maueröffnung ist nachträglich vermauert.

Südgiebel mit verkoppelten kleinen Rundbogenfenstern.

Dekorarkaden des Giebels. Zwischen den Arkaden und den beiden Rundbogenfenstern wurden Dachziegel zu einer Zierleiste zusammengefügt.

Südwestturm

Straßenfront an der Ostseite mit Portikus sowie die beiden Nordtürmen. Vorgelagert Nebengebäude des Bahnhofs Halbe.

Ostseite mit Portikus in näherer Ansicht

Der Portikus frontal, früherer Eingangsbereich von der Straße her. Durch Vermauerung des großen Portals sowie der Fenster ist gegenwärtig die Wirkung stark beeinträchtigt.

Betrachtet man nur die oberen Partien des Portikus, die weniger durch nachträgliche Veränderungen gestört sind, erschließt sich die ursprüngliche großartige Wirkung.

Oberer Teil des Portikus aus nordöstlicher Richtung

Blick in das Gewölbe des Portikus von vorn

Säulendetail des Portikus

Kreuzgewölbe des Portikus von unten

Fußbodenfliesen im Portikus

Fassadenpartie der Ostseite mit Nordwestturm

Bekrönung des Nordturmes

Fassadendetail Ostseite. Man sieht, dass teilweise als Dekor Terrakotta zum Einsatz kam, das leicht beschädigt werden konnte.

Hauptgesims und Nordostturm

Detail der Arkaden des Hauptgesimses an der Ostseite

Fensterbrüstung

Ansicht vom westlich gelegenen Bahnsteig aus

Nordwestecke

Nordgiebel mit den beiden nördlichen Türmen

Teil des Hauptgesimses an der Westfassade

Nordgiebel in Nahaufnahme

Bekrönung des Nordwestturmes aus nördlicher Sicht

Bekrönung des Nordwestturmes aus westlicher Sicht

Details der Verfugung: Die Fugen sind hier ausgezeichnet erhalten. Man sieht, dass der Fugenmörtel zu den Backsteinen passend rötlich eingefärbt und mittels einer speziellen Fugenkelle zur Wulst geformt wurde. Diese Art der Verfugung bestimmt maßgeblich das Erscheinungsbild des unverputzten Gemäuers und sollte deshalb bei einer möglichen Restaurierung erhalten werden.

Der Kaiserbahnhof Halbe ist ein hervorragendes Beispiel des sehr frühen Gründerzeithistorismus. Zugleich zeigt er, wie durch die Eisenbahnen im 19. Jahrhundert gesonderte Empfangsgebäude für „Allerhöchste Herrschaften“ errichtet wurden, um auch diesen Personenkreis als Nutzer der Bahnen zu gewinnen und zufrieden zu stellen.
Wir wünschen dem wertvollen Gebäude eine sensible stilsichere Restaurierung und eine angemessene sinnvolle Nutzung.
Wie wir erfahren, hat eine Privatperson das Gebäude erworben und mit der Restaurierung begonnen. Viel Erfolg!

Stand Juni 2010

 

Innenaufnahmen und Beginn der Restaurierung

Auf Einladung des neuen Besitzers, Herrn Peter Macky, Auckland, Neuseeland, erhielten wir am 15.7.2013 Gelegenheit, die Baustelle des zu restaurierenden ehemaligen Kaiserbahnhofs zu besuchen. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Arbeiten in vollem Gange sind. Zwar ist alles noch nicht fertig, aber es ist schon manches geschehen.
Es wurde Baufreiheit geschaffen, indem u.a. der zahlreich vorhanden gewesene Wildwuchs an Bäumen, teilweise in unmittelbarer Nähe des Mauerwerks, entfernt wurde. Der ehemalige Kaiserbahnhof steht wieder frei. 

Ein Bagger ist gerade dabei, das Gelände zu planieren.

Das Gebäude hat ein neues Dach bekommen und wurde unter denkmalpflegerischer Aufsicht mit speziellen Schindeln gedeckt, die der ursprünglichen Eindeckung nahekommen. Durch die Erstellung des Daches ist das Gebäude vor Wasserschäden geschützt.
Blick aus einem Dachfenster auf das neue Dach. Im Mittelpunkt des Bildes der nordöstliche Eckturm.

Blick über das Dach zum Eckturm, etwas näher

Bekrönung des nordwestlichen Eckturmes. Sie ist vorläufig mit einer metallenen Ankersicherung versehen. An der Arkade unter der Brüstung wurde bereits ein Formstein ausgewechselt.

Arkade mit neuem Formstein

Neue Dacheindeckung in Nahaufnahme

Der neue Dachstuhl von innen gesehen, mit Verwendung alter Balken.

Die Bekrönungen der beiden Südtürme sind bereits erneuert. Nicht nur die Formziegel, sondern auch die einfachen Mauersteine müssen speziell angefertigt werden, weil sie nicht dem heute gängigen Format entsprechen.

Restaurierte Turmbekrönung frontal

Restaurierte Turmbekrönung in näherer Ansicht

Waagerechte Bögen über dem Turmfenster. Das Fenster selbst ist restauriert und hat einen Anstrich erhalten. Der Farbton entspricht denkmalpflegerischer Festlegung.

Restaurierte Turmbekrönung aus veränderter Sicht

Die beiden südlichen Türme mit restaurierter Bekrönung

Giebelarkade mit ausgewechselten Formsteinen

Aspekt der Giebelarkade und Turmbekrönung

Restaurierter Südwestturm

Restaurierter Südostturm

Neue Dachentwässerung. Die waagerecht verlaufende Dachrinne wurde verblendet. Vergleiche den Zustand, der nicht Originalzustand war, vor der Restaurierung.

Die Nordtürme

Ausbesserung am Mauerwerk. Ausgewechselter Mauerstein mit originaler Verfugung. Der Mörtel wurde wie beim ursprünglichen Vorbild rötlich eingefärbt und mit Wulstkelle aufgetragen.

Sanierung des Fundaments

Blick vom großen Saal zum kleinen Saal. Im Inneren des Gebäudes musste eine Vielzahl von späteren Einbauten (Zwischenmauern, Zwischendecken) entfernt werden, die zu Wohnzwecken eingebaut worden waren. Der Fußboden wurde für die Betonierung vorbereitet.

Großer Saal, Nordostecke

Großer Saal, Nordwestecke, Durchsicht zum Kleinen Saal, Putz- und Wasserschäden

Blick in das Parterre eines Eckturmes

Fenster in einem Eckturm

Südwestecke des großen Saales

Unverputzte Wölbungen im großen Saal

Deckenpartie im großen Saal mit alter Bemalung

Detail einer alten Schablonenbemalung

Deckenpartie mit Putzschäden

Wölbung mit alter Bemalung

Wölbung mit alter Bemalung, rechts im Zwickel Engelsfigur

Relativ gut erhaltene Malerei eines Engels

Gemaltes Dekor

Dekor in näherer Ansicht

Blick vom kleinen Saal zum großen Saal

e

Blick durch den großen Saal zum Parterre des Südostturmes

Wölbung des kleinen Saales

Rest eines Stuckkapitels im kleinen Saal

Reste der Bemalung im kleinen Saal

Bemalung und Stuckdekor im kleinen Saal

Wölbung im kleinen Saal. Man sieht noch, wo die Zwischendecke für die Wohnung eingebaut war.

Kleiner Saal, Fenster der ehemals eingebauten Wohnung

Bemalungsreste 1

Bemalungsreste 2

Durchblick zum Obergeschoss

Wendeltreppe im Nordostturm

Restaurierte Fenster im Obergeschoss des Südgiebels

Blick in den nordwestlichen Eckturm im Obergeschoss

Fenster im Nordgiebel

Alter Fenstergriff im Obergeschoss

 

Wir haben gesehen, dass schon Vieles geleistet wurde, aber auch noch viel zu tun bleibt. Wir wünschen den Arbeiten einen guten Fortgang und werden den Prozess der Restaurierung weiterhin interessiert begleiten. Zum Abschluss einen atemberaubenden Blick in die Wölbung der Eingangsloggia.

Stand Juli 2013

 

Kaiserbahnhof mit neuen Fenstern

Am 10.7.2015 hatten wir Gelegenheit, den Fortgang der Restaurierungsarbeiten kennenzulernen und neue Fotos zu fertigen. Außerdem wurden wir mit den Plänen zur Gestaltung des Außengeländes bekannt gemacht. Als auffallendste Neuerung ist zu sehen, dass neue große Fenster eingesetzt wurden, wie sie Architekt Orth in seinen Entwurfszeichnungen vorgesehen hatte (s. Anfang des Beitrages). Zu diesem Zweck musste die Vermauerung der großen Fensteröffnungen beseitigt werden. Man hatte, um das Gebäude nach Abschaffung der Monarchie zu nutzen, die großen Fensteröffnungen geschlossen und kleinere Fenster eingesetzt.

 

Nach der Rekonstruktion stellt sich das Gebäude nunmehr wie folgt dar:

Östliche Straßenfassade 1

Östliche Straßenfassade 2

 

Östliche Straßenfassade 3

Ansicht aus südöstlicher Richtung

Fassade vom Hausbahnsteig

Partie der Ostfassade mit Portikus. Das neue Portal wurde noch nicht eingesetzt. Aber die neuen stilgerechten Fenster zeigen schon beachtliche Wirkung.

Nördliche Partie der Ostfassade 1

Nördliche Partie der Ostfassade 2

Fenster der Ostfassade 1

Fenster der Ostfassade 2

Fenster der Ostfassade 3

Fenster der Ostfassade 4

Fenster der Ostfassade 5

Fenster der Westfassade 1

Fenster der Westfassade 2

Fenster der Westfassade 3

Fensterdetail 1

Fensterdetail 2

Schmale Fenster an den Ecktürmen 1

Schmale Fenster an den Ecktürmen 2

Schmale Fenster an den Ecktürmen 3

Schmale Fenster an den Ecktürmen 4

Restaurierter Eckturm 1

Restaurierter Eckturm 2

Restaurierter Eckturm 3

Fenster von innen 1

Fenster von innen 2

Dankwart Kühn: Farbgestaltung innen, erstellt 2012, Sammlung MACKY

Entwurf für die Farbgestaltung nach den historischen Befunden

Historische Farbgebung innen 1

Historische Farbgebung innen 2

Historische Farbgebung innen 3

Historische Farbgebung innen 4

Historische Farbgebung innen 5

Historische Farbgebung innen 6

Historische Farbgebung innen 7

Historische Farbgebung innen 8

Historische Farbgebung innen 9

Historische Farbgebung innen 10

Frau Christa Ringkamp, Landschaftsarchitektin von der Fa. HORTEC, Garten- und Landschaftsplanung Berlin stellte ihre Entwürfe für die Außenanlagen des Kaiserbahnhofs Halbe vor.

Ringkamp/Bagheri 2015

Wir zeigen zunächst einen Übersichtsplan. In der Mitte der Abbildung ist die schräg verlaufende Bahnhofstraße zu sehen. Ganz oben sind Bahnlinie und Hausbahnsteig zu erkennen. Dazwischen erstrecken sich die Baulichkeiten: Ganz rechts das allgemeine Empfangsgebäude des Bahnhofs Halbe. Es folgen ein neu zu schaffender Parkplatz sowie ein neu zu errichtender Serviceanbau. Wir sehen weiter das historische Gebäude des Kaiserbahnhofs mit seinen vier Ecktürmen. Es schliesst sich an die Freifläche mit den vorgesehenen Gartenanlagen.

Ringkamp/Bagheri 2015

Anbau eines Servicegebäudes. Um das historische Gebäude des Kaiserbahnhofs nicht unnötig zu belasten, wird ein Servicegebäude errichtet. Links schließt sich das historische Gebäude an, rechts sind Parkflächen zu sehen.

Ringkamp/Bagheri 2015

Grundriss des historischen Kaiserbahnhofs.
Rechts befindet sich das Servicegebäude, links ist die halbrunde Terrasse zu sehen, die sich zum Gartengebäude öffnet. Sie ist gegenwärtig noch nicht vorhanden, soll aber gemäß historischen Befunden wieder hergestellt werden. Zwischen dem Gebäude und dem Hausbahnsteig ist ein schmaler Grünstreifen vorgesehen.
Auf dem Bild unten, straßenseitig, springt der Portikus vor. Beidseitig des Portikus sollen zwischen Fassade und Straße geschmückte Grünflächen entstehen.

Ringkamp/Bagheri 2015

Der Garten folgt in seinen Umrissen dem Straßenverlauf. Das vorhandene Gartenhaus bleibt bestehen. Es wird ein Wegesystem, gesäumt von Rabatten angelegt. In Richtung Hausbahnsteig wird zur Abschirmung der Gartenanlage eine Hecke gepflanzt. Der halbrunde südliche Abschluss des Wegesystems greift die Bewegung der Terrasse auf. Straßenseitig entsteht eine mit Bäumen bepflanzte Grünfläche.

Wir danken Herrn Peter Macky, dem Besitzer des Kaiserbahnhofs für die Einladung, die Restaurierung begleiten zu dürfen. Wir danken für die Führung durch das Haus und für wertvolle Informationen. Dafür danken wir auch Herrn Willi Schwabe, Halbe, ehrenamtlicher Mitarbeiter von Peter Macky.
Wir danken Frau Christa Ringkamp für die Überlassung der Unterlagen zum Entwurf für die Außenanlagen des Kaiserbahnhofs.

Stand Juli 2015

Gestaltung der Innenwände und Decken

Kaisersaal

Am 24.5.2017 hatten wir Gelegenheit, die neuesten Fortschritte bei der Renovierung des Kaiserbahnhofs kennen zulernen. Es ging dabei insbesondere um die Gestaltung der Innenwände und Decken.
Wir folgten der freundlichen Einladung des Bauherrn Peter Macky.
Herr Willi Schwabe, Stellvertreter des Bauherrn, nahm die Aufgabe wahr, uns geduldig und sachkundig durch die restaurierten Räume zu führen.

Partie des Kaisersaales mit Durchblick zum Saal für das Gefolge. Links ist das Portal zum Garten zu sehen.

Dienst für eine Wölbung

Dienst in näherer Ansicht

Decke mit filigranen Malereien

Zwei Kapitelle von Flachsäulen in näherer Ansicht

Hauptstück der kunstvollen Deckenmalereien im Kaisersaal: ein Cherub, eingefasst von floralen Ornamenten

Cherub in näherer Ansicht

Florale Umgebung des Cherub

Vorsichtig wieder hergestelltes Pflanzenornament über einem Rundbogen

Ausschnitt des Ornaments in Nahaufnahme

Zwei Pilaster mit Bemalung und Stuckkapitellen

Bemalung der Pilaster

Bemalung eines Pilasters in Nahaufnahme

Kapitell einer Flachsäule

Saal für das kaiserliche Gefolge

Gefolgesaal mit Blick zu den östlichen Fenstern

Decke des Gefolgesaales

Gefolgesaal mit Blick nach Norden, zu den Arkaden, die den Weg zum Kaisersaal öffnen

Gefolgesaal, links Durchblick zum Kaisersaal. Die Arkade ganz rechts führt in die Eingangshalle.

Gefolgesaal, rechts die westlich gelegenen Fenster zum Hausbahnsteig der Eisenbahnlinie Berlin-Görlitz. In der Mitte der Durchblick zum südwestlichen Turmgemach.

Turmgemach

Deckenbemalung am Kronleuchterplatz unter Verwendung von Schablonen

Deckenbemalung 1

Deckenbemalung 2

Deckenbemalung 3

Detail der Schablonenmalerei in Nahaufnahme

Blick zu den westlichen Fenstern und Durchblick zum Kaisersaal

Blick zum südlich gelegenen Gartenportal. Man beachte das Säulenarrangement, die Arkaden und Deckenwölbungen. Hier bekommt man bereits einen lebhaften Eindruck davon, wie die Räumlichkeiten nach der Fertigstellung wirken werden.

Blick zur Südseite mit dem Gartenportal

Kapitell einer Rundsäule

Blick zur Ostseite des Gefolgesaales, links Durchblick zum Hauptportal

Details im Gefolgesaal 1

Details im Gefolgesaal 2

Details im Gefolgesaal 3

Details im Gefolgesaal 4

Image

Eingangshalle

Deckenwölbung in der Eingangshalle

Dienst der Deckenwölbung

Detail der Wölbung

Dienst einer Gewölberippe

Kreuzgewölbe

Blick aus der Eingangshalle in die Gefolgehalle

Der kaiserliche Adler

Auf dem Dach der Eingangsloggia des Kaiserbahnhofs prangte zu Kaisers Zeiten als Zeichen der Zweckbestimmung des Gebäudes der Kaiserliche Adler.

Entwurfszeichnung Orth, Ausschnitt, Sammlung Macky

Adler in näherer Ansicht

Dieser Adler befand sich zwar lange nicht mehr an seinem Platz, ist aber erstaunlicherweise noch vorhanden. Er wurde hergerichtet und kann demnächst wieder über dem Eingangsportal angebracht werden.

Das kaiserliche Wappentier ist künstlerisch gestaltet. Deshalb wäre es ein großer Gewinn, es der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Der Adler trägt in seinen Fängen das sogenannte Blitzbündel des Jupiters. Der antike Göttervater Jupiter führte als Attribute seiner Macht den Adler und das Blitzbündel mit sich. Aus letzterem konnte er Blitze ziehen und sie gegen seine Widersacher schleudern. Diesem Vorbild folgend wurden Adler und Blitzbündel zu Symbolen kaiserlicher Macht. (Wikipedia)

Bilder vor der Restaurierung

Die Fenster waren verkleinert worden, um Wohnungen einbauen zu können. (Sammlung Macky)

Reste der Bemalung eines Pilasters (Sammlung Macky)

Reste eines Kapitells (Sammlung Macky)

Kapitell während der Restaurierung (Sammlung Macky)

Blick in die Säle vor der Restaurierung (Sammlung Macky)

Gefolgesaal mit Durchblick zum Kaisersaal (Sammlung Macky)

Diese Bilder vom Zustand vor der Restaurierung veranschaulichen, welche Arbeit geleistet werden musste, um den heutigen Zustand herzustellen.

Veränderungen im Außenbereich

An der Südfassade, vor dem Gartenportal, wurde das Fundament für die wieder herzustellende Terrasse betoniert. Der helle Schutzanstrich beidseits des Portals wird wieder entfernt.

Ein Teil des hellen Schutzanstriches wurde erfolgreich einem Reinigungsversuch unterzogen.

Gartenportal mit erneuerten Kanten der Türöffnung

Haupteingang an der Ostfassade mit Loggia. Auf dem Dach der Loggia soll der Adler (s.o.) wieder angebracht werden. Die Brüstungen an den Seitenöffnungen wurden erneuert.

Erneuerte Brüstung näher

Brüstung in Nahaufnahme. Sie wurde sorgfältig stilgerecht rekonstruiert: nachgefertigte Ziegel, nachgefertigte Formsteine in Originalabmessungen, Dachziegel für die Formung des Dekors, Wulstfugen, farblich angeglichener Mörtel. Die Rekonstruktionsarbeit wurde mit Sachkenntnis liebevoll ausgeführt. Sie ist vorbildlich.

Partie der fertiggestellten Ostfassade. Sie bedarf nur noch der Reinigung.

Nordfassade. Sie wurde durch den Abriss später hinzugefügter Anbauten freigelegt. Die Anlehnungsfläche der Anbauten einschließlich Teerabdichtungen ist noch zu erkennen. Rechts in Nähe des Eckturmes ist eine helle Fläche zu erkennen. Sie zeigt einen Reinigungsversuch, der belegt, dass eine Fassadenreinigung sinnvoll und praktikabel sein kann.

Reinigungsversuch in näherer Ansicht

Gewonnene Baufreiheit an der Nordseite durch Abriss späterer Anbauten. Hier soll ein Servicegebäude errichtet werden, um zu vermeiden, dass das historische Gebäude des Kaiserbahnhofs selbst durch den Einbau von Serviceeinrichtungen belastet würde.

Wir freuen uns, dass wir über bemerkenswerte Baufortschritte und schöne Ergebnisse der Rekonstruktionsarbeiten berichten konnten.
Die Rekonstruktion an der Innenausmalung und an den Stuckarbeiten wurden von Klaus Ricken, Birkenwerder, und seinem Team ausgeführt.

Wir danken dem Investor, Herrn Peter Macky, Neuseeland, sehr herzlich für die Einladung, die Fortschritte am Bau zu besuchen.


Besonderer Dank gilt auch Herrn Willi Schwabe, Halbe, stellvertretender Bauherr, der uns sachkundig und geduldig führte. Wir bewundern Herrn Schwabe auch für seinen nimmermüden Einsatz für das Projekt.

Außenanlagen

Beim Besuch der Kaiserbahnhof-Baustelle in Halbe am 20.11.2018 konnten wir einige Fortschritte an der Gestaltung der Außenanlagen dokumentieren.
Für das Gartengrundstück wurde eine hölzerne Einfriedung nach historischem Vorbild geschaffen.

Detail des Zaunes

Zaun und Südfassade in näherer Ansicht

Die gärtnerische Gestaltung des Grundstücks hat bereits begonnen.

Nordseite des Kaiserbahnhofs. Hier wird als neues Nebengebäude ein kleiner moderner Servicetrakt errichtet. Die Arbeiten sind in vollem Gange.

Die rekonstruierte Terrasse am Gartenportal

Terrassenbalustrade in näherer Ansicht

Terrassenbalustrade mit Öffnung zum Garten

Wir freuen uns auf die für August 2019 vorgesehene Eröffnung.

Stand November 2018

Garten des Kaiserbahnhofs

Am 22.7.2019 besuchten wir Halbe, um den Fortgang der Arbeiten am Kaiserbahnhof anzuschauen.

Die Außenanlagen vor dem Gebäude sind noch nicht ganz fertig.

Die Loggia des Hauptportals wird wie zur Entstehungszeit des Gebäudes nunmehr wieder vom Preußenadler bekrönt. Wir sehen darin nicht  unbedingt ein Zeichen der Verehrung für die alten Preußen. Nach dem Entwurf des Architekten braucht die Fassade des Kaiserbahnhofs eine Bekrönung, und die ursprüngliche Adlerfigur ist dafür geschaffen worden. Man sieht, dass so die Harmonie der Fassade wieder hergestellt wurde. 

Die künstlerisch gestaltete Figur des Wappentieres ist sehenswert. Die Figur ist auf ihrem angestammten Standort gut platziert. Man sieht sogar sein  Blitzbündel.  -> „Gestaltung der Innenwände und Decken“

Adler in Seitenansicht 

 

Der neu angelegte Garten zeigt erstes, sorgsam gepflegtes Grün. Hier ein Blick von der Terrasse des Kaiserbahnhofs nach Süden. Rechts hinten das Gartenhaus. 

Das Gartenhäuschen in näherer Ansicht 

Blick vom Garten in Richtung Kaiserbahnhof

Rosenpflanzung 

Wegesystem mit kleinem Rondell 

Garten mit Blick zur Bahnlinie 1

Garten mit Blick zur Bahnlinie 2 

Rabatte 1 

Rabatte 2 

Nordöstliche Gartenpartie 

Blumenbeet mit Rosenstöcken 

Blick über den gesamten Garten von Süden her 

Der Kaiserbahnhof mit Beflaggung: das Banner Neuseelands, der Heimat des Eigentümers und Investors Peter Macky 

Blick vom Hausbahnsteig in den Garten 

Partie des Kaiserbahnhofs vom Hausbahnsteig aus gesehen 

Erneuerte Einfassung des Gartenportals. Die Verfugung folgt noch. 

Einer der Türme des Kaiserbahnhofs mit Beflaggung 

Bis zur Einweihung im August 2019 gibt es noch einiges zu tun, aber die Endphase der Restaurierungsarbeiten ist erreicht. Wir sind gespannt auf die festliche Eröffnung.

Stand Juli 2019

 

Literatur:
– Wikipedia-Enzyklopädie: Stichwort „Fürstenbahnhof“
MACKY, Peter: Persönliche Mitteilung, Halbe 2015
Sammlung MACKY: Historische Entwurfszeichnung Kaiserbahnhof Halbe, frontal, 1865 erstellt von Architekt Orth, Macky 2015
Sammlung MACKY: Historische Entwurfszeichnung Kaiserbahnhof Halbe, schräg, 1865 erstellt von Architekt Orth, Macky 2015
Sammlung MACKY: Entwurfszeichnung zur Farbgestaltung innen von D. KÜHN, erstellt 2012, Macky 2015
MÜLLER, Andrea: Der neue Kaiser. Märkische Allgemeine, 12./13.06.2010, Ausgabe Königs Wusterhausen, S.15
RINGKAMP, Christa, N. BAGHERI: Entwürfe zur Gestaltung des Gartens des Kaiserbahnhofs. HORTEC Gartengestaltung, Berlin 2015
WIKIPEDIA / 1-2015: Stichwort Kaiserbahnhof
WIKIPEDIA / 6-2017: Stichwort Adler auf Blitzbündel
WIKIPEDIA: Stichwort Strousberg, 2015: ANONYMUS: Porträt Strousberg, erstellt vor 1876, Tvwatch-commonswiki
WIKIPEDIA: Stichwort Strousberg, Familienbildnis Strousberg 1870 von Ludwig KNAUS, Anagoria JPG
WIKIPEDIA / 2-2015: Stichwort Strousberg
WIKIPEDIA / 3-2015: Stichwort Strousberg-Palais
WIKIPEDIA /4-2015: Stichwort August Orth
www.Berlin-GörlitzerEisenbahn.de: Historische Postkarte um 1900, Bernd RUSCHKE, Halbe 2009
www.Berlin-GörlitzerEisenbahn.de: Historische Postkarte nach 1918, Halbe Kreis Teltow, Am Bahnhof, zeuthenonline.de 2015