(2.1.9)  Villa Harnack

 Anschrift: Greiz, Zentastraße 1
Baujahr: 1885, 1930 Umbau und Modernisierung
Bauherr: Harnack, Fabrikant
Im jahre 1945 war Besitzer der Villa Hans Ernst Harnack, Mitinhaber der Firma Eduard Brösel K.G., Mechanische Wollweberei
Architekt: E. Weißbach, Mylau (BLASE 1995-98)
Weißbach erbaute auch das Firmengebäude Otto & Vaupel, Rudolf-Breitscheid-Straße 71
jetzige Besitzverhältnisse: privat
Nutzung: Wohn- und Geschäftshaus

Die Villa Harnack hat eine Fassade aus gelbem Klinker und Sandstein. Der Sockel ist aus rotem Naturstein gefertigt. Es sind noch Reste des schmiedeeisernen Zaunes zu erkennen. An den langen Fenstern des Hochparterres wurden Geländer aus DDR-Produktion angebracht. Der Vorgarten ist verwildert.
Die Fassade auf der Einfahrtseite ist durch verschiedene Fensteröffnungen stark untergliedert. Schmückende Elemente werden nur über dem Portal verwendet.

Der Zaun an der Einfahrt ist entstellt.

Der ehemalige Garten hinter dem Gebäude wird heute als Parkplatz genutzt.

Die Gartenfront ist auf beiden Etagen mit großzügigen Terrassen ausgestattet.

Die neuzeitlichen Geländer wirken entstellend.

Auch die geschwungene Freitreppe ist durch das Geländer entstellt.

Einfahrt Villa Harnack

Fassadendetail auf der Einfahrtseite mit schmalem, edel eingefasstem Fenster. Leider wurden großflächige Fenster eingesetzt.

Fenster im Hochparterre, Straßenfront. Bemerkenswert die nach unten sich verbreiternde Fenstereinfassung.

Fenster im Obergeschoss der Straßenfront

Schmiedeeiserne Grundstückeinfriedung mit Pforte: unpassender Anstrich

Detail der Pforte

Detail des Zaunes

Die Villa Harnack ist weniger prächtig geschmückt als einige andere Villen in Greiz.
Die diskrete Sachlichkeit der Fassade wirkt fast modern, weist über die Gründerzeit hinaus. Dennoch strahlt sie Eleganz und Noblesse aus. Die Villa bedarf der Restaurierung. Auch das umgebende Gründstück sollte angemessen ausgestaltet werden. Dann wird das Gebäude in der Greizer Zentastraße ein sehenswertes Schmückstück sein.

Als wir Villa Harnack im Jahre 2010 erneut besuchten, ist ein Eigentümerwechsel erfolgt. Das Gebäude wurde restauriert und in Nutzung genommen. Wir zeigen einige Bilder vom jetzigen Zustand:
Ansicht von der östlichen Gartenseite

Gartenseite aus östlicher Sicht. Wir sehen den Natursteinsockel des Gebäudes, ferner die über eine geschwungene Freitreppe vom Garten aus erreichbare Terrasse in Höhe des Hochparterres, sowie die Terrasse im ersten Stock. Alles ist sorgfältig restauriert.

Südostseite des Gebäudes, rechts ein kleiner Wintergarten

Fassadenpartie im ersten Stock der Südseite aus südwestlicher Sicht

Sorgfältig restaurierter Natursteinsockel an der westlich gelegenen Straßenfront

Fassadenpartie an der Straßenfront

Restauriertes Fenster im Hochparterre mit Brüstung und Verdachung

Hohlfuge unter der Sohlbank

Fenster im Obergeschoss

Partie des Treppenhauses an der Nordseite

Detail der Treppenhausfassade mit Entlastungsbogen. Man sieht, wie sorgfältig die Backsteine gereinigt wurden. Soweit die Fugen ausgebessert wurden, wurden sie doch relativ tief gelegt, so dass der Mörtel kaum zu sehen ist. Das bringt die Backsteine umso besser zur Geltung.

Nahaufnahme der Backsteinmauer

Partie der Nordfassade mit Hauptgesims

Nach der Restaurierung stellt sich die Villa Harnack von außen als prachtvolles Gründerzeitgebäude dar. Man kann nur hoffen, dass manchem anderen Gebäude in ähnlicher Weise Gutes widerfährt.
Wir können weitere Aufnahmen zeigen, die nach Abschluss der Rekonstruktion angefertigt wurden:

Ansicht von Osten, rechts pavillonartiger Vorbau. Im Vordergrund neuer Springbrunnen

Ansicht von Osten mit etwas Umfeld 

Detail der oberen Terrasse

Freitreppe zur unteren Terrasse

Beispiel eines Innenraumes nach der Restaurierung

Wir danken Herrn Jan Popp, der uns die vorstehend gezeigten fünf Fotos zur Verfügung stellte.
Wie wir erfahren, wurde der Villa Harnack die Auszeichnung „Neustadtperle 2010“ verliehen. Die Interessengemeinschaft Greizer Neustadt vergibt diese Auszeichnung jährlich für die vorbildliche Restaurierung von Altbauten.

Quelle:
BLASE 1995-98 (s. Impressum)
Stand Oktober 2015