(2.1.33)  Villa Ferdinand Hasert

Anschrift: Greiz, Carolinenstraße 59
Baujahr: 1874 (Blase)
Bauherr: Kaiserlicher Postdirektor Hasert
Bauzeichnung: 1874
Architekt: 
jetzige Besitzverhältnisse: 
Nutzung: Leerstand


Betrachtet man die Villa von der Carolinenstraße her, vermittelt sich noch etwas von dem idyllischen und prachtvollen Eindruck, den das Anwesen gemacht haben muss, als es noch am Stadtrand, an der Ausfallstraße nach Elsterberg lag, als ein geräumiges Grundstück das Haus umgab und die Auffahrtsrampe zur Tannendorfbrücke die Villa noch nicht beengte, einschnürte und entwertete. Die Tannendorfbrücke wurde im Jahre 1910 erbaut.
Anders als viele Greizer Gründerzeitgebäude ist die Villa nicht mit Backstein verkleidet. Sie ist verputzt und trägt deshalb viele Schäden, die alter Putz mit sich bringt.
Die Einfriedung zeigt nicht den originalen Zustand. Sie ist deutlich jünger. Deshalb ist der Gesamteindruck des Anwesens zusätzlich beeinträchtigt.


Ansicht von Norden. Man sieht die von der Carolinenstraße abzweigende, einen Bogen um das Haus beschreibende, ansteigende Rampe der Tannendorfbrücke, die die Villa arg bedrängt. Die Villa ist dadurch in ihrer Schönheit und in ihrem Wert erheblich gemindert.


Ansicht von Norden ohne Rampe


Ansicht von West. Wir sehen das Treppenhaus und das Geländer der Brückenrampe.


Ansicht von Südwest


Blick von der erhöhten Auffahrt zur Tannendorfbrücke in den Garten der Villa mit der südlichen Gartenfassade des Gebäudes


Südfassade mit Eingangsloggia vom Garten aus


Portal


Gusseiserne Füllungsgitter am Portal


Nahaufnahme eines Füllungsgitters. Wir sehen in der Mitte einen Männerkopf mit Herzogskrone. Oben reiten zwei Putten auf Fabelwesen. Im unteren Teil sehen wir zwei Fischgreife.


Fischgreife


Blick aus der Eingangsloggia in den Garten


Säule mit Kapitell an der Eingangsloggia


Balkonbrüstung über der Eingangsloggia


Fliesen in der Eingangsloggia


Eckgestaltung der Fliesen in der Eingangsloggia


Fliese mit Ritzmosaik


Die Fliesengestaltung täuscht eine schräg gestellte schwarze Eckfliese vor.


In das Pflaster vor dem Portal eingelassenes Gitter als Fußabtreter


Risalit an der Ostfassade


Giebel des Risaliten der Ostfassade


Verkoppelte Fenster am Risaliten


Rundbögen der verkoppelten Fenster und Medaillon mit Cherub


Cherub. Wir sehen, wie alte Farbreste das Gesicht entstellen.


Fensterbrüstung und Etagensims


Detail des Etagensimses mit Blumendekor


Fensterbrüstung mit Blendmaßwerk


Giebel der Nordseite


Ausgesägtes Holzornament im Giebel


Westgiebel mit Treppenhausfenster


Natursteinsockel und Teil der Hintertür


Hintertür mit gusseisernen Füllungsgittern


Kleines gusseisernes Gitter


Detail des gusseisernen Gitters mit alten Farbresten


Eingangsloggia vom Garten her gesehen


Untere Etage der Gartenseite mit Eingangsloggia und darüber befindlichem Balkon


Fenster des Eingangsbereichs


Fensterbrüstung


Fensterbogen mit Etagensims


Säulenkapitell am Eingangsbereich


Obere Etage der Gartenseite. Rechts oben wurde nachträglich das Dach ausgebaut. Dieses Artefakt stört deutlich die Wirkung der Südfassade. Bei einer Rekonstruktion wäre es gut, diesen Eingriff rückgängig zu machen.

Wir zeigen ein historisches Foto aus der Zeit vor dem Bau der Tannendorfbrücke. Das Bild gibt die Südfassade mit Eingangsloggia und darüber befindlichem Balkon wieder. Noch stehen keine hohen Bäume auf dem Grundstück. Deutlich ist zu ersehen, dass das Dach noch nicht ausgebaut ist. Das oben erwähnte Artefakt existiert noch nicht.
Ferner sehen wir unter dem Grundstück eine Stützmauer. Die Straße (Carolinenstraße) lag damals deutlich tiefer als das Grundstück. Heute ist das nicht mehr so. Straße und Grundstück haben heute das gleiche Niveau. Wir müssen daraus schließen, dass die früher tiefer gelegene Carolinenstraße aufgefüllt wurde, damit sie das Niveau des Grundstücks der Villa Hasert erreichte.

Foto: Leber 1935

Villa Hasert hat seit dem Bau der Tannendorfbrücke stark an Wert und Wirkung eingebüsst. Sie befindet sich außerdem in einem sehr reparaturbedürftigen Zustand. Trotzdem wäre es schade, dieses reizvolle Gründerzeitgebäude zu verlieren. Es wäre wunderbar, wenn die Schönheit dieses wertvollen Gebäudes zurück gewonnen werden könnte.


Wir danken Frau Corina Gutmann, Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek und ihren Mitarbeiterinnen für die Bereitstellung des historischen Fotos und die Erlaubnis, es hier veröffentlichen zu dürfen.

Quellen:
– Adressbuch 1892 s. Impressum
– BLASE s. Impressum
– Franz LEBER: Greizer Geschichte in Bild und Wort, Greiz 1935. Manuskript (unveröffentlicht), Text- und Bildband Stadtbibliothek Greiz, Regionalbestand, Bild Nr. 78

Stand 2010