(2.2.1)  Ernst und Lina Arnold-Stift

Die Südostecke
Portal und Kapelle
Die Grabanlage
Die Gartengestaltung

Anschrift: Greiz, Leonhardtstraße 58
Baujahr: 1898-1901
Bauherr: Stiftung des Ehepaares Ernst und Lina Arnold
Jetzige Besitzverhältnisse: Greizer Senioren- und Pflegeheim gGmbh
Nutzung: Seniorenheim unter der Bezeichnung Senioren- und Pflegeheim „Anna Seghers“

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Architekten: Architekturbüro Weidenbach und Tschammer, Leipzig
Georg Weidenbach 1853-1928, Richard Tschammer 1860-1929, Quelle: Wikipedia
Weidenbach und Tschammer waren namhafte Leipziger Architekten. Sie bauten u.a. gemeinsam:
Reformierte Kirche in Leipzig, Tröndlinring (erhalten)
Evang. Pauluskirche in Plauen (erhalten, kriegsbeschädigt), Russische Gedächtniskirche St. Alexi, Leipzig, Ausführungsplanung und Bauleitung nach Entwürfen des St. Petersburger Architekten Pokrowski (erhalten).
Verwaltungsgebäude der Alten Leipziger Feuerversicherung, Leipzig, Dittrichring, bekannt geworden als Sitz der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit 1950-1989 (erhalten).
In Gestalt des Arnoldstiftes, einem Werk der Architekten Weidenbach und Tschammer, Leipzig, besitzt Greiz ein gründerzeitliches Bauwerk von herausragender Bedeutung.

Glasmalereien in der Stiftskapelle: Glasmalereiatelier Johann Albert Lüthi, 1858-1903, Frankfurt/Main (Signatur in der Kapelle)
Johann Albert Lüthi, auch als Architekt tätig, war bedeutender Schweizer Glasmaler der Zeit um 1900. Er gestaltete u.a. Glasmalereien für die Christuskirche in Karlsruhe, die Lukaskirche in Dresden, für das Kapellchen am Frankfurter Römer und für das Bundeshaus in Bern. Quelle: Wikipedia
Die Stadt Greiz kann mit Freude vermerken, dass ein so namhafter Künstler der Glasmalerei wie Lüthi für Arbeiten im Arnoldstift gewonnen werden konnte.

Gärtnerische Gestaltung der Außenanlagen: Rudolph Reinecken, Greiz
Quellen: Frank Reinhold 2013, Barbara Schaufuss 1998, Greizer Tageblatt 1900
Rudolph Reinecken, 1846-1928, Schüler des namhaften Gartenkünstlers Eduard Petzold, Bad Muskau, war 1873-1923 über eine 50-jährige Dienstzeit hinweg in Greiz tätig. Er stand in den Diensten des Fürsten Heinrich XXII. zunächst als Hofgärtner, später als Garteninspektor und Gartendirektor. Er gilt als Mitschöpfer und Vollender des Fürstlichen Parks in Greiz. Auf der Grundlage von Plänen seines Lehrers Petzold und eigener Entwürfe schuf Reinecken im Auftrag Heinrichs XXII. in Erweiterung der ursprünglich vorhandenen Parkanlagen einen großräumigen romantischen Landschaftspark. In seiner gegenwärtigen Gestalt wird der ehemals fürstliche Greizer Park auch heute noch maßgeblich durch das langjährige Wirken Reineckens geprägt. Quellen: Marsch 2012, thüringerschlösser.de, www.greiz.de
Reinecken schuf auch außerhalb des Fürstlichen Parks in Greiz und auswärts Garten- und Parkanlagen. So gestaltete er u.a. die Ida-Höhe und das Tal Elfte Stunde, die Parkanlage am ehemaligen Jagdschloss Ida-Waldhaus und am Mausoleum in Ida-Waldhaus, die Lindenalle in der Carolinenstraße, den ehemaligen Denkmalsplatz, das Krankenhausareal, den Weg zur Bretmühle und den Stadtpark am Reißberg. Auch für private Auftraggeber schuf er parkartige Gartenanlagen. Er plante u.a. die Gestaltung des Grimm’schen Besitzes auf dem Hainberg, den Villengarten für Villa Ernst Arnold in der Plauenschen Straße und den Villengarten für Sommerhaus Paul Arnold in der Leonhardtstraße 64. Quelle: Rauchfuss 1998.
Betrachtet man die gartenkünstlerischen Werke Reineckens in ihrer Gesamtheit, so wird man an das Dessau-Wörlitzer Gartenreich erinnert, nur mit dem Unterschied, dass man das Greizer Gartenreich mit Ausnahme des ehemals Fürstlichen Parks nicht pflegte und erhielt. Es ist ein verführerischer Gedanke, alle die attraktiven Gartenschöpfungen Reineckens wieder erlebbar zu machen. Das wäre eine unschätzbare Bereicherung für Greiz und seine Umgebung. Und es würde auch den Ruf von Greiz als Ort der gründerzeitlichen Architektur festigen. Die romantische Landschaftsgestaltung Reineckens ergänzt in idealer Weise den historistisch-romantischen Baugestus der Gründerzeitarchitektur.

Im Umfeld des Arnoldstifts war ein weiträumiges bergiges Gelände unter Einbeziehung eines Steinbruchs zu gestalten. U.a. entstanden eine serpentinenartige Auffahrt, ein romantischer Treppenaufgang, ein Netz von Promenadenwegen mit Sitzgelegenheiten und Aussichtsplätzen, sowie die dazugehörenden Pflanzungen. Quelle: Greizer Tageblatt 1900
Die Stiftsgebäude mit ihrer gärtnerisch gestalteten Umgebung haben auch heute noch gemäß den Absichten Ihrer Schöpfer die Wirkung eines romantischen Schlosses. Freilich würde es den Anlagen guttun, den ursprünglichen Vorstellungen Reineckens wieder mehr Geltung zu verschaffen, etwa durch Beseitigung von Wildwuchs und die Freilegung
ursprünglicher Sichtachsen, wie das auch beim ehemals Fürstlichen Park geschieht.

Arnold-Stift

Die als Sozialstiftung errichtete Anlage ist ein großer, beeindruckender, auf einer Anhöhe gelegener Gebäudekomplex.

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Das Gebäude kann über geräumige Treppenanlagen und über eine serpentinenartige Zufahrt erreicht werden. Dem Gebäude vorgelagert ist eine großzügige Terrasse.

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Der Gebäudekomplex ist von einem großen, mit alten Bäumen bestandenen Grundstück in Hanglage umgeben. Leider sind die Sichtachsen zugewachsen, so daß das Stift von der Straße her nicht hinreichend zur Wirkung kommt.

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Das Grundstück grenzt an steil aufsteigenden Wald.
Die Schauseiten des Gebäudes sind in Klinker und Sandstein gehalten. Die Stützmauern der Terrasse sind in Grünstein aufgeführt. Die Hofseite ist verputzt und mit hellem Anstrich versehen.
Das Gebäude wird von einem großen Turm bekrönt, dessen Haube mit Schiefer eingedeckt ist.

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Die Gebäudefassaden sind schlicht, elegant und zugleich majestätisch. Die integrierte Stiftskapelle springt aus der Fassadenflucht vor.

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Nördliches Portal der ehemaligen Durchfahrt unter der Stiftskapelle in näherer Ansicht

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Portal der ehemaligen Durchfahrt mit Zufahrt entlang des Nordflügels des Stifts, Nordansicht der Kapelle

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Chor der Stiftskapelle aus westlicher Richtung

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Fundament des Chores der Stiftskapelle aus westlicher Richtung

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Bossierte Granitblöcke des Fundaments in näherer Ansicht

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Stützmauer der Terrasse aus südlicher Richtung

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Stützmauer, darüber Stiftskapelle

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Stützmauer, darüber Turm des Stifts 1

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Stützmauer, darüber Turm des Stifts 2

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Turm des Stifts, von unterhalb der Terrasse gesehen

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Fußweg zur Terrasse mit Treppe

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Südfassade des Stifts, von der Treppe zur Terrasse gesehen.


Die Südostecke

Rechts erstreckt sich der Südflügel, der durch einen vorspringenden Gebäudeteil mit Renaissancegiebel abgeschlossen wird.

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Die Südostecke des Gebäudekomplexes wird durch einen zweistöckigen Erker geschmückt.

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Die Abstützung des Erkers trägt Ornamentbänder.

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Der Erker trägt schmückende Sandsteinreliefs.

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Am Beispiel von Fenstereinfassungen wird gezeigt, dass die Gestaltung hier zurückhaltende Eleganz ausstrahlt, in keiner Weise die Üppigkeit, Überladenheit zeigt, die dem Historismus oftmals vorgeworfen wird.

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Die erhöhte Lage, die Stützmauern der Terrasse, die Kapelle, der Turm und die monumentalen schlichten Fassaden erinnern an ein Schloss oder eine Burg.
Der Haupteingang ist ein reich geschmücktes, mit Sandstein

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eingefasstes Portal, das über eine Freitreppe erreicht wird. Das Portal wird von einem Fenster mit Blendbalkon bekrönt. Der Eindruck ist grandios. Links neben dem Portal ist der Chor der Stiftskapelle zu sehen.


Portal und Kapelle

Das hölzerne Portal hat schmückende, kunstgeschmiedete Beschläge.

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Griechische Säulen flankieren das Portal. Beidseitig über dem Portal sehen wir in den Zwickeln das Symbol der Jakobsmuschel. Das Zeichen zeigt den Schutz für fromme Pilger an. Es verspricht Gastfreundschaft.

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Über dem Portal wölbt sich ein romanischer Bogen, der ein Oberlichtfenster einfasst.

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Das halbrunde Fenster ist mit einem Kunstschmiedegitter geschützt. Es ist auch von innen sehr schön zu sehen.

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Links neben dem Portal schließt sich die Hauskapelle an.

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An der Südwand der Kapelle lehnt wie ein Epitaph ein großes steinernes Wappenschild.

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Engel flankieren das Wappen. Es ist das Wappen der Stadt Greiz.

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Engelsfigur zur Rechten des Wappens

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Wappen der Stadt Greiz mit dem reußischen Löwen in Nahaufnahme

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Kopf eines Kindes unterhalb des Wappens

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Kopf des Kindes in Nahaufnahme

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Löwenhaupt über dem Wappen

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Löwenhaupt in Nahaufnahme

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Gesamtansicht der feierlichen und symbolträchtigen Wappenanlage

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Neue Details der Fassade

Östliche Hoffassade mit Nebenportal

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Hoffassade oberer Teil. Es fällt auf, dass die Hofseite nicht wie die Außenfassaden mit Backsteinen verkleidet ist.

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Nordwestliche Gebäudekante mit Ziergiebel

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Der große Ziergiebel über der Westfassade

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Partie der Westfassade mit Natursteinsockel

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Partie des Natursteinsockels

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Zwei Fenster Hochparterre

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Blick aus Richtung Nordwest zur vorgelagerten Stiftskapelle

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Stiftskapelle, darunter Tordurchfahrt

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Chor der Stiftskapelle

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Sockelpartie der Stiftskapelle

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Der Sockel der Stiftskapelle aus bossierten Granitblöcken unterschiedlicher Größe

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Der eindrucksvolle Baukörper des Arnoldstifts auf seinem erhöhten Platz am Roth, gesehen aus südwestlicher Richtung mit Standort auf den Elsterwiesen am nördlichen Ende des Greizer Parks.

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Passiert man das Portal, betritt man eine gewölbte, von schweren Säulen abgestützte Halle.

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Der Fußboden ist noch mit Fliesen aus der Entstehungszeit belegt.

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Links führt eine Treppe in die Hauskapelle.

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Sie ist von atemberaubender Pracht und Schönheit. Die gesamte Ausstattung, Fenster, Ausmalung, Gestühl, hölzerne Empore, stammt original aus der Entstehungszeit. Ein so ursprünglicher, unverfälschter Erhaltungszustand eines Interieurs ist selten zu finden. Hier ist nachvollziehbar, wie der historisierende Gründerzeitstil alle Gestaltungsbereiche durchdringt.

Feierliche Glanzstücke der Kapelle sind die drei großen bleiverglasten Fenster. Sie wurden von der Werkstatt A. Lüthi, Frankfurt/Main gefertigt.

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Im Mittelfenster befindet sich die großflächige Glasmalerei „Der auferstandene Jesus mit den Jüngern in Emmaus“

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Die Fenster zu beiden Seiten zeigen Pflanzenornamente.
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Die Farben der Fenster kommen in der Nachmittagssonne besonders gut zur Geltung.

Die Wände sind mit verschwenderischen üppigen Ornamenten bemalt.

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Wir sehen unter anderem prachtvolle Akanthusranken.

Auch die Kanzel ist als originales Ausstattungsstück erhalten.

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Sie ist mit Schnitzarbeiten verziert und trägt im kunstvoller Schrift den Psalm: „Der Herr ist mein Hirte“.

Das Arnoldstift vom neuen Friedhof aus gesehen

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Ansicht von Krümmetal aus mit Krümmeteich

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Südfassade vom Tal her gesehen, links ist die Stiftskapelle zu erkennen

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Stiftsturm

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Haube des Stiftsturms

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Südfassade hinter Bäumen

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Stift auf der Anhöhe über dem Krümmetal

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Südostgiebel

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Blick von den nördlichen Ausläufern des ehemals Fürstlichen Parks in Richtung Arnoldstift. Das Stift steht auf halber Höhe vor dem bewaldeten Rücken des Roth. In der Mitte des Bildes, wo der Rothberg zum Krümmetal sich absenkt ist der Pulverturm zu erkennen.

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Das Arnoldstift, aus der gleichen westlichen Blickrichtung etwas näher. Majestätisch thront das schlossartige Gebäude auf der Anhöhe. Rechts oben der Pulverturm.

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Es kann gesagt werden, dass sich das Arnold-Stift baulich in sehr gutem Zustand befindet. Der Gebäudekomplex wurde liebevoll restauriert, sicherlich zur Freude der Bewohner. Schade nur, dass die Öffentlichkeit nicht viel von den Schönheiten wahrnimmt.
Das Arnold-Stift ist eine Greizer Sehenswürdigkeit ersten Ranges.

Historische Abbildung aus dem Jahr 1900 mit Blickrichtung vom ehemaligen Fürstlichen Park her. Das gerade fertiggestellte Stiftsgebäude steht noch völlig frei. Man sieht, dass die Pflanzungen auf dem Gelände noch ganz jung sind.

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Foto: Sammlung Schneider

Die historische Abbildung in näherer Ansicht. Wir sehen den Baukörper des Stiftes mit der vorspringenden Kapelle. Rechts vorgelagert die Terrasse.

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Foto: Sammlung Schneider

Anhand eines historischen Situationsplanes aus dem Jahre 1900 (REINHOLD 2014) können wir uns eine Vorstellung schaffen von den Gegebenheiten auf dem Gelände des Arnoldstiftes.

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Bild: Historischer Situationsplan 1900, Foto REINOLD 2014

Auf dem Situationsplan ist links die Richtung Norden. Nach links und nach oben steigt das Gelände an. Unten rechts befindet sich der Eingang zum Grundstück. In Eingangsnähe erblickt man steil ansteigende Fußwege mit Treppe zur Terrasse vor dem Stiftsportal. Auf der Terrasse ist ein Rondell zu sehen. Die Zufahrt zum Gebäude verläuft ansteigend vom Grundstückseingang nach links und vollzieht auf halber Höhe eine Kehre zum Stiftsgebäude.
Die zwei Hauptflügel des Stiftsgebäudes bilden L-förmig einen Winkel. Bergseitig entsteht dadurch ein offener Hof. Talwärts, an der Westfassade, springt die Stiftskapelle vor und kommt dadurch besonders gut zur Geltung. Unter der Kapelle befand sich, wie auf dem Plan erkennbar, eine Durchfahrt von der Zufahrt zur Terrasse. Diese Zufahrt wird als solche nicht mehr genutzt und bildet einen geschlossenen Raum unter der Kapelle.
Ostwärts, hinter dem Stiftsgebäude, steigt das Gelände weiter an. Die scharfe Wegkurve rechts oben auf dem Plan ist die Kehre einer Serpentine. Links oben in Nähe der Grundstücksgrenze ist ein Rondell eingezeichnet. Das ist der Ort, an dem später die Begräbnisstätte des Ehepaares Lina und Ernst Arnold entstand.
Es ist zu erkennen, dass das gesamte weitläufige Grundstück durch ein unregelmäßiges Wegesystem erschlossen ist.


Grabstätte Lina und Ernst Arnold

In der „Illustrierten Welt“ fanden wir ein Porträt von Ernst Arnold, 1841-1893, einem der Stifter des Arnoldstiftes. Er war eine hoch geachtete Persönlichkeit in Greiz. Es gelang ihm nach dem Tod seines Vaters die Firma Friedrich Arnold, Weberei, zu Weltgeltung zu führen. Er hat darüber hinaus für die ganze Greizer Wollwarenindustrie bahnbrechend gewirkt.
Nach seinem frühen Tod führten seine jüngeren Brüder Paul und Hermann Ferdinand die Firma fort.

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Ernst Arnold starb im Jahre 1893 im Alter von knapp 52 Jahren.

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Foto: Archiv Wolfgang F. Arnold, MARSCH 2013
Porträt Ernst Arnold in näherer Ansicht

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Foto: Archiv Wolfgang F. Arnold, Ausschnitt 2013

Porträt 2 von Ernst Arnold

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Foto: Greizer Tageblatt 1900

Porträt 2 von Ernst Arnold, Gesichtsausschnitt

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Foto: Greizer Tageblatt 1900

Ernst Arnold wurde auf dem Greizer Alten Friedhof bestattet. Die Witwe, Lina Arnold, war beim Tod ihres Mannes knapp 44 Jahre alt. Sie heiratete aber kein zweites Mal. Sie setzte das soziale Engagement ihres verstorbenen Mannes fort und betreute die gemeinsam mit ihm errichteten Sozialstiftungen weiter. Ernst und Lina Arnold-Stift, Knabenhort, Kinderheim Ernst und Lisa Arnold. Sie errichte auch noch allein eine weitere Stiftung, die Kinderkrippe Marienstraße 10 (Hans Arnold)

Porträt Lina Arnold als junge Frau

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Foto: Sammlung Ingrid Oberfoell, Aachen

Lina Arnold in den mittleren Jahren

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Foto: Archiv Antje-Gesine Marsch

Porträt Lina Arnold, Ausschnitt

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Foto: Archiv Antje-Gesine Marsch

Porträt Lina Arnold im reiferen Lebensalter

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Foto: Greizer Tageblatt 1900

Ausschnitt eines Porträts von Lina Arnold im reiferen Lebensalter

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Foto: Greizer Tagblatt 1900

Zu Lina Arnold siehe auch Villa Ernst Arnold, Gartengestaltung.
Lina Arnold überlebte ihren Mann 35 Jahre. Wie ihr Neffe Hans Arnold (2014) berichtet, hatte sie an ihrem Lebensabend den Wunsch, dass ihr verstorbener Mann vom Greizer Alten Friedhof umgebettet werde zum Gelände des Arnoldstifts und dass dort ein gemeinsames Grab errichtet werde für ihren Mann und sie selbst. Sie wusste wohl, wie schwierig es sein würde, hierfür die Zustimmung der örtlich zuständigen Behörden zu erlangen. Deshalb erwog sie, ihrem Wunsch durch eine letzte große Stiftung an die Stadt Greiz Nachdruck zu verleihen. Sie wollte, dass ihr langjähriger Wohnsitz, die Villa Ernst Arnold, nach ihrem Tod der Stadt Greiz übereignet würde. Das wäre indessen mit großen Nachteilen für die unmittelbar neben der Villa gelegene Fabrik der Familie Arnold, die Firma Friedrich Arnold, Weberei, verbunden gewesen. Der unverzichtbare Löschteich für die Fabrik in Form eines Schwanenteichs liegt auf dem Villengelände. Über das Villengelände wurde die Fabrik mit Brauchwasser versorgt. Ein Teil des Villengartens wurde von der Fabrik zur Verbesserung der Verkehrsbedingungen auf dem Firmengelände benötigt. All dies wäre bei einem Eigentümerwechsel der Villa schwer zu lösen gewesen. Lina Arnold wurde deshalb von ihrer Stiftungsabsicht abgebracht und sie fand eine andere Lösung für ihre Spende zugunsten der Stadt Greiz. Die Villa Ernst Arnold blieb in den Händen der Erbengemeinschaft Arnold und war damit untrennbar mit der Firma verbunden. (Hans Arnold 2014) Als im Jahr 1948 die Firma Friedrich Arnold durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) enteignet wurde, traf das gleiche Schicksal die Villa Arnold. Die verbliebenen Bewohner, Mitglieder der Familie Arnold, mussten ausziehen. (Oberfoell 2014)
Aber zurück zu Lina Arnold. Es gelang tatsächlich, die Genehmigung zu erhalten, die sterblichen Überreste Ernst Arnolds umzubetten und nach dem Ableben von Lina Arnold ihrem Wunsch gemäß ein gemeinsames Grab der Eheleute im Park des Arnoldstifts zu errichten. (Hans Arnold 2014) Die Grabanlage befindet sich am höchsten Punkt des weitläufigen Grundstücks, an dessen nordöstlicher Grenze. Das Grabmal erhielt eine künstlerisch wertvolle Gestaltung, die heute noch zu bewundern ist.

Noch innerhalb des weitläufigen Geländes des Arnoldstifts, auf dem Bergeshang über den Stiftsgebäuden, befindet sich, umgeben von Wald, eine Grabanlage. Es ist die Ruhestätte des Ehepaares Lina und Ernst Arnold.

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Grabstein und Einfassung sind ganz in poliertem schwarzem Marmor ausgeführt. Vor dem Grabstein ruht die weiße Marmorfigur einer Trauernden. Die Figur ist durch ein gläsernes Dach geschützt. Das ist zwar für die Erhaltung des Denkmals wichtig, stört aber etwas den optischen Eindruck.

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Grab von links

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Figur der Trauernden. Ein langes leichtes Gewand umfließt ihren Körper und bildet zu ihren Füßen einen kunstvollen Faltenwurf.

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Die Figur der Trauernden wendet ihr Gesicht der Grabtafel zu. Ihre Hände hat sie auf dem Schoß gefaltet.

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Grabeinfassung

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Verdachung der Grabwand und goldene Aufschrift

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Nähere Ansicht der Aufschrift

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Grabtafel für Ernst und Lina Arnold. Lina Arnold überlebte ihren Gatten um 35 Jahre. Auch nach seinem frühen Tod setzte sie ihr soziales Engagement fort und finanzierte aus ihrem Vermögen mehrere Stiftungen.

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Figur der Trauernden. Infolge ihres gläsernen Schutzes kann sie nur schwer fotografiert werden.

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Gesicht und Oberkörper der Trauernden

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Gesicht der Trauernden in Nahaufnahme

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Profil der Trauernden

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Profil in Nahaufnahme

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Hände der Trauernden 1

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Hände der Trauernden 2

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Hände der Trauernden im Schoß der Gestalt

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Hände der Trauernden 3

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Hände der Trauernden 4

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Linke Schulter der Trauernden. Man beachte den komplizierten Faltenwurf des Kopfbehanges

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Linker Arm mit dem gefalteten Gewand

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Faltenwurf des Gewandes zu Füßen der Trauernden

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Antlitz der Trauernden frontal

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Antlitz der Trauernden in näherer Ansicht

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Antlitz der Trauernden leicht zur Seite gewandt

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Profil der Trauernden 1

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Profil der Trauernden 2

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Profil der Trauernden 3

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Profil der Trauernden 4

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Profil der Trauernden 5

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Profil der Trauernden 6

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Profil der Trauernden 7

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Profil der Trauernden 8

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Profil der Trauernden 9

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Profil der Trauernden 10
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Ruhebank am Grabmal

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Für die Eheleute Arnold wurde ein künstlerisch bedeutendes, ausdrucksstarkes Grabmal errichtet. Es ist unbedingt sehenswert. Die Marmorfigur der Trauernden ist ein hervorragendes bildkünstlerisches Meisterwerk. Es wurde fraglos von einem bedeutenden Bildhauer geschaffen. Diese Marmorplastik zählt zu den bedeutendsten Kunstwerken, die Greiz in seinen Mauern beherbergt. Umso bedauerlicher ist es, dass dieser Schatz nahezu unbekannt ist und wenig beachtet wird.


Die Gartengestaltung des Arnold-Stifts

Beitragsinhalt
Arnold-Stift
Die Südostecke
Portal und Kapelle
Die Grabanlage
Die Gartengestaltung
Seite 5 von 5

Das Arnoldstift wurde bereits kurz nach seiner Entstehung als neue Sehenswürdigkeit der Stadt Greiz empfunden. Wir zeigen ein historisches Foto aus der Zeitschrift „Illustrierte Welt“. Sie muss kurz nach der Einweihung des Stiftes im Jahre 1901 entstanden sein.
Zu sehen ist die Südfassade des Stiftsgebäudes. Das Gelände ist im näheren Umfeld des Gebäudes noch frei von Baumbestand, so dass die gesamte Fassade ungehindert zu sehen ist. Im Vordergrund erkennt man die Dächer der Villa Dietel.

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Das Bild zeigt, dass der Abhang unter der großen Terrasse am Haupteingang mit niedrig wachsenden Gehölzen bepflanzt war, so dass von der Terrasse aus freie Sicht bestand und auch vom Standort des Fotografen am Neuen Friedhof auf die Südfassade des Stifts gute Sicht war.
Östlich vom Stift, hier auf dem Bild rechts, waren die steil ansteigenden Hänge in Gebäudenähe nicht wie jetzt bewaldet, sondern mit Rasen begrünt und mit niedrig wachsenden Gehölzen bepflanzt. Dadurch stand der Gesamtkomplex der Stiftsgebäude freier und konnte seine architektonische Schönheit wirkungsvoller entfalten. Wir sehen hier die gartengestalterischen Intentionen Rudolph Reineckens, der es wunderbar verstand, die auf bergigem Grund stehenden Gebäude in ihrer Wirkung durch Gartenanlagen zu unterstreichen. Man sieht auch, dass er im Sockelbereich des Gebäudes Kletterpflanzen gesetzt hatte. Offenbar war es seine Absicht, Teile der Fassaden zu begrünen.
Der Unterbau der Stiftskapelle, die der Fassade links vorgelagert ist, war zum Zeitpunkt der Entstehung des historischen Fotos offen. D.h., damals bestand eine offene Tordurchfahrt unter der Kapelle und auch die Arkaden neben der Tordurchfahrt waren unverglast. Die Auffahrtsserpentine steuerte direkt die Durchfahrt an. Man erreichte somit die Terrasse und damit den Haupteingang des Gebäudes. Heute ist die Durchfahrt nördlich wie auch südlich mit Toren verschlossen und die Arkaden sind verglast. So ist, mit den Umrissen der Stiftskapelle, unter derselben, ein neuer abgeschlossener Raum entstanden. Die ursprüngliche Zufahrt zu Terrasse und Haupteingang ist versperrt. Die Zufahrt erfolgt jetzt an der Nordseite des Gebäudes, aus der Sicht des Bildbetrachters hinter dem Gebäudekomplex.
Im Vordergrund des Bildes ist Villa Dietel zu sehen. Man erkennt das reiche hölzerne Dekor, das diese sommerliche Villa trug. Insgesamt stellt sich eine beeindruckende landschaftliche Szenerie dar. Links die bewaldeten Ausläufer des Brandberges, rechts die Abhänge des Rothberges, in der Mitte auf halber Höhe über der Stützmauer der Terrasse die schlossartigen Stiftsanlagen mit Kapelle, Turm, Portal und Hauptgebäude, im Vordergrund Villa Dietel, alles eingefasst von abwechslungsreichen üppigen Laubgehölzen.

Wir zeigen noch eine historische kolorierte Postkarte. Sie bildet ebenfalls die Südfassade ab, aus einem anderen Blickwinkel. Im Vordergrund sind der Dietel’sche Teich sowie das Gärtnerhaus der Villa Dietel zu sehen.

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Foto: Sammlung Knüpp

Wir danken Herrn Frank Reinhold sehr für seine wertvollen Hinweise zu Rudolph Reinecken und für die Bereitstellung eines historischen Fotos aus dem Jahre 1910.
Wir danken Herrn Volkmar Schneider, Frau Antje-Gesine Marsch und Frau Ingrid Oberfoell für die Möglichkeit, historische Fotos zu verwenden.

Quellen:
Arnold, Hans: Ernst und Lina Arnold – Ein Bericht für die Familienchronik, 3 Seiten, undatiert, überreicht von Ingrid Oberfoell 2014
Gartenkünstler Rudolph Reinecken, online: thüringerschlösser@.de, Rudolstadt, Heidecksburg
Greiz, Perle des Voigtlandes. Internetpräsenz der Stadt Greiz, Stichwort: Greizer Park
MARSCH, Antje-Gesine: 1. Greizer Parkfrühling, 20.Mai 2012, vogtlandspiegel@.de
MARSCH, Antje-Gesine: Greizer Berufsbildungszentrum erhält den Namen „Ernst Arnold“. Vogtlandspiegel (26.7.2013), Porträt Ernst Arnold, Archiv Wolfgang F. Arnold
Marsch, Antje-Gesine: Erinnerungen an die Arnoldsche Villa. Vogtlandspiegel (14.2.14), Porträt Lina Arnold, Archiv Marsch
OBERFOELL, Ingrid: Sammlung zur Familiengeschichte Arnold, Aachen
OBERFOELL, Ingrid: Persönliche Mitteilung, Aachen 2014
REINHOLD, Frank, 2013, persönliche Mitteilung zu Rudolph Reinecken
REINHOLD, Frank: Die Villa Hildegard – eine gartendenkmalpflegerische Untersuchung. Bachelorarbeit, Bernburg, 2014, S.94: Historischer Situationsplan des Ernst und Lina Arnold-Stifts, zitiert nach der Zeitung „Greizer Tageblatt“ vom 17.5.1900, Fundort Greizer Stadtarchiv
Sammlung Frank KNÜPP, Greiz, 1910
SCHAUFUSS, Barbara: Der Greizer Park und seine Gestalter, Greizer Heimatkalender 1998, Hrsg. Volkmar Schneider, Verlag Tischendorf, Greiz 1998, S.68-71
SCHNEIDER, Volkmar: Historische Abbildung des Arnoldstiftes aus dem Jahr 1900, Sammlung Schneider, veröffentl. in: Helmut Warmuth: Die Stadt Greiz und ihre Kirchgemeinde im 19. Jahrhundert, Greizer Heimatkalender 2008. Hrsg.: Volkmar Schneider, Tischendorf Greiz 2008, S.115
WIKIPEDIA: Stichwort Johann Albert Lüthi, Frankfurt/Main
WIKIPEDIA: Stichwort Georg Weidenbach, Leipzig
WIKIPEDIA: Stichwort Richard Tschammer, Leipzig

Stand Mai 2014