(2.2.28)  Ida-Palais

Anschrift: Greiz, Unteres Schloss, Burgplatz 12
Baujahr: 1884/1885
Bauherr: Fürst Heinrich XXII., Regierender Fürst des Fürstenstums Reuss ä.L.
Architekt: Landbaumeister Edmund Oberländer
Namensgeberin: Fürstin Ida Reuss, Gemahlin Fürst Heinrich XXII., geb. Prinzessin zu Schaumburg-Lippe
Aufgabenbestimmung: Private Räume für die Fürstin Ida und die fürstliche Familie, Repräsentationsräume
Nutzung: Teil des Museums Unteres Schloss, Musikschule, Tourist-Information
Quellen: Stadtverwaltung 2011,Tourist-Information 2011,Kulturkalender 2011, Monumente 2010

Ida-Palais – Ostflügel des Unteren Schlosses

Zur Bauentwicklung

Unser Startbild zeigt das Ida-Palais, einen südöstlich gelegenen Erweiterungsbau des älteren, klassizistischen Teils des Unteren Schlosses. Das Ida-Palais umfasst den zentral gelegenen polygonalen fünfgeschossigen Turm mit Zwiebelturm, den dreigeschossigen östlichen Gebäudetrakt sowie den westlich gelegenen Verbindungstrakt zum älteren, klassizistischen Schlossteil mit Galerie und Wintergarten.
Wir sehen auf dem Foto links vom Ida-Palais einen Teil des älteren, klassizistischen Teils des Unteren Schlosses, rechts einen Teil des ehemaligen Gymnasiums und im Hintergrund den Turm der Stadtkirche St. Marien.
Das Ida-Palais ist Bestandteil des Gesamtensembles Unteres Schloss. Nach Süden weisen die Fassaden des klassizistischen Schlossbaues, erbaut von 1802-1809, und das Ida-Palais.

Das klassizistische Untere Schloss wurde erbaut nach dem Stadtbrand von 1802, bei dem der Vorgängerbau des Schlosses vollständig niedergebrannt war.

Oberer Teil des Mittelrisaliten des klassizistischen Schlossbaues

 

 

 

 

 

Im Tympanon der Bekrönung des Risaliten sind der Baubeginn 1802 und Fürst Heinrich XIII. Reuss ä.L. als Bauherr dokumentiert

Reproduktion G. Deylig, in: Michael Rudolf, 1998

Vor dem Bau des Ida-Palais stellte sich das klassizistische Untere Schloss so dar, wie es auf der folgenden historischen Abbildung zu sehen ist. Wir erkennen unten die aus Schiefer gemauerten Arkaden, die noch heute die Fundamente des Schlosses stützen. Darüber erhebt sich der imposante symmetrische Schlossbau:

Wir sehen den zentralen Gebäudeteil mit fünf Fensterzügen und vier Etagen, in dessen Mitte ein dreizügiger Risalit vorspringt. Zu beiden Seiten sehen wir je einen dreizügigen Seitenflügel mit drei Etagen. Rechts daneben ist das Langhaus von St. Marien zu sehen, auf das der Blick nunmehr verstellt ist durch das Ida-Palais, so dass man gegenwärtig nur den Turm der Stadtkirche sieht.

Foto: LEBER, 1935

Eine weitere historische Abbildung erbringt den ähnlichen Befund: Der symmetrische klassizistische Bau des Unteres Schlosses beherrscht die kleine Anhöhe über dem Elsterfluss. Rechts ist der Blick noch frei auf St. Marien. Der stattliche klassizistische Bau auf seinem erhöhten Standort, der neben der Stadtkirche allein die städtebauliche Situation beherrscht, verfehlt seinen Eindruck nicht. Auch diese Gestaltung des Schlosshügels war eine gelungene baukünstlerische Lösung.

Foto: Sammlung Volkmar Schneider

Eine Abbildung der Stadt vom südöstlich der Altstadt gelegenen Hainberg aus, zeigt ebenfalls die Situation des Unteren Schlosses und der Marienkirche, wie sie sich darstellte vor dem Bau von Gymnasium und des Ida-Palais, d.h. vor 1873. St. Marien einschließlich des Langhauses steht weitgehend frei und ist gut zu erkennen. Der Blick nach Süden und Südosten ist noch nicht verstellt.

Allerdings gab es bereits damals eine Verbindung zwischen Unterem Schloss und St. Marien-Kirche, die nicht nur Stadt-, sondern auch Hofkirche war. Diese bauliche Verbindung stellt der östliche Seitenflügel des klassizistischen Schlossbaues her.
Wir sehen ferner, dass damals die Fenster des Langhauses der Kirche zweigeteilt waren. Es gab oben eine Reihe kleinerer Fenster und darunter eine Reihe größerer langer Fenster. Das ist auch auf der weiter oben gezeigten historischen Abbildung aus Michael RUDOLF 1998 zu erkennen. Die großen durchgehenden Langhausfenster, wie sie heute zu sehen sind (siehe Stadtkirche St. Marien), entstanden wohl erst im Zuge des Umbaus von 1902.

Foto: Sammlung Volkmar Schneider

Ein Foto aus der Zeit nach 1875, d.h. nach der Errichtung des Gymnasiums, aber vor 1884, d.h. vor Baubeginn des Ida-Palais, aufgenommen von der Heinrichstraße aus (jetzt Bruno-Bergner-Straße) zeigt, wie der neue, gründerzeitliche Gymnasiumsbau, gleichsam ebenbürtig neben dem klassizistischen Schloss, einen weiteren architektonischen Akzent auf dem Schlosshügel setzt.

Auch diese Gestaltung hatte durchaus etwas Imponierendes. Aber wir sehen auch, dass zwischen den beiden großen Baukörpern eine Lücke besteht und eine Höhendominante im Zentrum des Bauensembles (abgesehen vom Kirchturm St. Marien im Hintergrund) fehlt.

Foto: Sammlung Volkmar Schneider

Als Landbaumeister Edmund Oberländer im Auftrag Heinrich XXII. das Ida-Palais baute, schloss er die Baulücke zwischen dem östlich stehenden Gymnasium und dem westlichen klassizistischen Unterem Schloss. Zugleich schuf er mit dem Zwiebelturm des Ida-Palais eine neue Dominante des Gebäudeensembles.

Nach Fertigstellung des Ida-Palais wurde das nunmehr entstandene Bauensemble schnell akzeptiert und als schön empfunden. Es wurde zur Sehenswürdigkeit und hat bis zur Gegenwart seine Anziehungskraft nicht verloren. Wir zeigen die Reproduktion einer historischen Ansichtskarte aus dem Jahre 1908.

Oberländer veränderte mit seinen beiden Schöpfungen, dem Gymnasium und dem Ida-Palais die städtebauliche Situation auf der Anhöhe des Unteren Schlosses grundlegend. Er schuf jene legendäre Silhouette, die sich vom südlichen Elsterufer den Blicken des faszinierten Betrachters bietet, jenes Ensemble aus klassizistischem Unteren Schloss, Ida-Palais und Gymnasium, das die Stadt Greiz unverwechselbar prägt.

Die Einmaligkeit des Bauensembles ergibt sich aus der grandiosen Stilmischung, wie sie nur allmählich gewachsene Gebäudeensembles aufweisen können. Die Baulichkeiten bilden keine gerade Fassadenflucht, sie beschreiben vielmehr einen sanften, nach Süden offenen Bogen. Das verleiht der baulichen Situation zusätzliche Dynamik.

Das klassizistische Unter Schloss, die spätbarocke Stadtkirche St. Marien, das gründerzeitliche neoklassizistische Gymnasium und das romantisch gründerzeitliche Ida-Palais als verbindene Dominante fügen sich zu einem unvergleichlichen harmonischen Gesamteindruck. Diese geniale Lösung ist dem weit blickenden Bauherrn Heinrich XXII. und seinem Landesbaumeister Edmund Oberländer zu verdanken.

Der Bau des Ida-Palais hatte auch einige Nebenwirkungen, die in Kauf genommen wurden. Der Blick von Südosten her auf die Stadtkirche St. Marien wurde verstellt. Dadurch wurde auch die wichtigste Tageslichtquelle für die Kirche, der Lichteinfall durch die südlichen Fenster des Langhauses eingeschränkt.

Das führte im Zusammenwirken mit den dreigeschossigen südlichen Seitenlogen im Inneren der Kirche, die die Fenster teilweise verdecken, dazu, dass der Kirchenraum relativ dunkel ist (siehe Stadtkirche St. Marien).

Außerdem wurde die aus Richtung Süden wahrnehmbare Symmetrie des klassizistischen Schlossbaues Heinrichs XIII. zu seinen beiden zurückgesetzten Seitenflügeln aufgehoben. Der östliche Seitenflügel wurde zum Verbindungstrakt in Richtung Ida-Palais umgebaut und zum Palais hin geöffnet, so dass ein Übergang zu den auf gleicher Höhe liegenden Etagen des neuen Ida-Palais möglich wurde. Das Dach des östlichen Seitenflügels mit seiner seitlichen Abflachung (vergleiche mit dem westlichen Seitenflügel) wurde umgestaltet und erhielt eine Überleitung zum Ida-Palais. Im Hochparterre und im ersten Obergeschoss wurden dem östlichen Seitenflügel Galerie und Wintergarten vorgehängt, so dass die zurückgesetzte Südfassade des östlichen Seitenflügels quasi mit der Fluchtlinie des klassizistischen Haupttraktes gleichzieht. Lediglich die zweite Etage des östlichen Seitenflügels ist zurückgesetzt. Durch diese Maßnahme wird der baulichen Überleitung zum Ida-Palais besondere Plastizität und Dynamik verliehen. Der östliche Seitenflügel wird gleichsam zum Teil des neuen Ida-Palais. Das klassizistische Symmetrieverständnis wehrt sich eigentlich gegen diese Umformung und Vereinnahmung. Andererseits war es bei über mehrere Generationen entstehenden Bauten schon immer üblich, dass nachfolgende Generationen Umbauten und Neues hinzufügten. So geschah es auch beim Unteren Schloss in Greiz, und man wird zugestehen müssen, dass der Anbau des Ida-Palais seine eigenen Reize hat und sich glücklich in das Gesamtensemble einfügt.

Das umgebaute Dach des östlichen Seitenflügels mit Überleitung zum Neubau sowie der vorgehängte Wintergarten in näherer Aufnahme. Wir sehen noch einmal, wie der gründerzeitliche Architekt, Landbaumeister Edmund Oberländer, souverän mit der klassizistischen Bausubstanz umging, sie umformte und seinen damals aktuellen Bauabsichten dienstbar machte.

Das Äußere des Ida-Palais

Betrachten wir nun das Äußere des Ida-Palais genauer. Beginnen wir mit dem Verbindungstrakt zwischen klassizistischem Schloss und Ida-Palais:

Hochparterre des Verbindungstraktes, das den Wintergarten trägt

Wintergarten, eingefasst von den beiden Schlossteilen

Oberer Teil des Wintergartens mit Dachgatter. An der Glasfront sind gusseiserne Säulen zu erkennen, wie sie zur Gründerzeit bei größeren Maueröffnungen, etwa auch bei Ladenfenstern von Geschäften, verwendet wurden

Der zurückstehende Gebäudeteil in der zweiten Etage über dem Wintergarten. Wir sehen noch einmal das umgebaute Dach, das zum Ida-Palais überleitet

Verbindungstrakt im Überblick mit beiden Schlossteilen

Polygonaler Turm des Ida-Palais mit der Zwiebelhaube als markanter zentraler Akzent des neuen Schlossflügels aus südlicher Richtung

Südfassade des Turmes in näherer Ansicht

Turm steil von unten gesehen

Turm mit einem Teil der Stützarkarden des klassizistischen Teils des Unteren Schlosses

Turmfassade mit Stützarkarde links und Gymnasium rechts

Obergeschosse des Turmes und Zwiebelhaube

Zwiebelhaube

Fenster des zweiten Obergeschosses mit Ziergittern, darunter Wappen

Ziergitter an einem Fenster des zweiten Obergeschosses

Balkonfenster in der Beletage der Südwestseite des Turmes, darüber das Wappen

Balkon an der Südwestkante des Turmes

Balkon mit Umfeld

Balkon in Nahaufnahme

Konsolen des Balkons

Kunstgeschmiedete Balkonbrüstung. Sie trägt die verschlungenen Initialen „I.“ und „H.R XXII.“ für die Namen Ida und Heinrich Reuss XXII. und eine Fürstenkrone.

Über dem Balkon prangt das Doppelwappen der Fürsten Reuss ä.L. und der Fürsten zu Schaumburg-Lippe

Ostflügel des Ida-Palais mit Turm aus südwestlicher Richtung

Ostflügel aus Südwest in näherer Ansicht

Ida-Palais mit gesamter Südfassade

Ida-Palais, Südfassade, in näherer Ansicht

Südfassade

Südfassade ohne Turm, nähere Ansicht der unteren Partien der Fassade

Ansicht von Südost

Ansicht von Südost, näherer Aspekt

Ansicht von Südosten mit Ostfassade

Obere Partien von Südosten mit Ostfassade

Untere Partien von Südosten mit Ostfassade

Fenster der Südfassade, umgeben von Ritzblöcken

Sockel mit Kellerfenstern

Kellerfenster mit Sandsteineinfassung

Südostkante des Sockels, unverputzte Schiefermauer

Partie der Sockelmauer aus unregelmäßigen Schieferblöcken

Ostansicht, ganz rechts das Gymnasium, zwischen Ida-Palais und Gymnasium das ehemalige Lyzeum (weißes Gebäude)

Obere Partie der Ostfassade

Untere Partie der Ostfassade. Grundriss und Fassadengestaltung nehmen auf das zur Bauzeit bereits vorhandene Lyzeum Rücksicht. Im halbrunden Bau unter der kleinen Kuppel befindet sich ein internes Treppenhaus ohne separaten Ausgang

Nordfassade, links das ehemalige Lyzeum, auf das die Fassadengestaltung des Ida-Palais Rücksicht nimmt, indem die Nordostecke zurücktritt. Wir sehen links auf dem Dach die kleine Kuppel des internen Treppenaufgangs und in der Mitte den Zwiebelturm des Ida-Palais. Rechts sehen wir den Gebäudeteil, der zu St. Marien-Kirche überleitet. Ganz rechts ist ein Anbau von St. Marien zu sehen.

Unten sehen wir das prachtvolle kunstgeschmiedete Gitter mit Tor, das den kleinen Hof des Ida-Palais einfriedet. Rechts unten ist der Torbogen der Durchfahrt zu sehen, die den Hof des Ida-Palais mit dem Haupthof des Unteren Schlosses verbindet

Zwiebelturm des Ida-Palais

Bekrönung des Zwiebelturms mit kleiner Plattform, Geländer, schmiedeeiserner Krone und Fahnenstange

Bekrönung in näherer Ansicht

Altan in der Ecke zwischen Ida-Palais und Verbindungstrakt

Altan in näherer Ansicht

Hof des Ida-Palais. Vom Verbindungstrakt geht ein schräger Übergang zum Ida-Palais

Obere Partie der Nordfassade, Bekrönung des Hoftores

Hoftor von außen

Giebel an der Nordfassade

Verkoppelte Fenster des Nordgiebels mit Gittergeländer

Oberste Etage und Kuppel des internen Treppenaufgangs

Kuppel des inneren Treppenaufgangs

Einfriedung des Hofes von innen gesehen

Tor von innen gesehen, links St. Marien

Oberer Teil des Tores

Bekrönung des Tores mit vergoldeter Fürstenkrone

Goldene Fürstenkrone über dem Tor

Teil der Hofeinfriedung

Blick zum Turm von St. Marien vom Hof des Ida-Palais

Türgriff und Schlossbeschlag am Portal des Ida-Palais

Das Treppenhaus

Das Treppenhaus im östlichen Seitenflügel des klassizistischen Baues des Unterschlosses wurde im Jahre 1809 errichtet, im Zuge des Neubaues des durch Brand zerstörten Unteren Schlosses. Als das gründerzeitliche Ida-Palais in den Jahren 1884/85 erbaut wurde, baute man den unmittelbar angrenzenden östlichen Seitenflügel des klassizistischen Schlosses um, bezog ihn gleichsam in das neue Ida-Palais ein. Auch das klassizistische Treppenhaus im östlichen Seitenflügel wurde umgebaut und erhielt seine Gestalt, wie sie heute noch zu sehen ist (Stadtverwaltung 2011). Das gründerzeitliche Ida-Palais verfügt somit über ein gründerzeitliches Treppenhaus.

Fürst Heinrich XXII. ä.L. Reuss, Bauherr des Ida-Palais, Skulptur in der Eingangshalle des Treppenhauses

Wölbung in der Eingangshalle

Ornament in der Eingangshalle

Detail der Ausmalung in der Eingangshalle

Beginn des Treppenaufgangs, beidseitig Kandelaber

Unterste Stufen des Treppenaufgangs, Kandelaberfuß

Kandelaberfuß

Detail der Wandverkleidung in der Eingangshalle

Aufgang zur ersten Etage

Blick die Treppe hinunter, unten die Pflasterung der Eingangshalle

Befestigung des Handlaufs

Erster Treppenabsatz, kunstgeschmiedetes Geländer, Eingänge zu den Räumlichkeiten der ersten Etage des Ida-Palais

Treppenabsatz der ersten Etage mit Geländer von unten gesehen

Treppenabsatz der ersten Etage mit Beginn des Aufgangs zur zweiten Etage

Blick nach oben auf dem Treppenabsatz der ersten Etage mit Durchblick zur zweiten Etage

Durchblick zur zweiten Etage näher

Ornamentaler Wandschmuck in der ersten Etage

Detail des Wandschmucks 1

Detail des Wandschmucks 2

Treppenabsatz der zweiten Etage

Blick vom Treppenabsatz der zweiten Etage abwärts

Blick zum Oberlicht der Kuppel des Treppenhauses

Ausschmückung des unteren Teils der Kuppel

Detail der Kuppelausschmückung 1

Detail der Kuppelausschmückung 2

Griechischer Krieger in Nahaufnahme

Amazone mit Helm in Nahaufnahme

Detail der Kuppelausschmückung 3

Detail der Kuppelausschmückung 4

Detail der Kuppelausschmückung 5

Detail der Kuppelausschmückung 6

Kuppelbasis 1

Kuppelbasis 2

Oberer Teil der Kuppel 1

Oberer Teil der Kuppel 2

Oberer Teil der Kuppel 3

Türgriff und Schlossbeschlag in der zweiten Etage

Das Treppenhaus des Ida-Palais ist eine prächtige gründerzeitliche Anlage. Der ursprünglich klassizistische Aufgang wurde deutlich im gründerzeitlichen Stil überformt und bereitet den Besucher stilgerecht auf das Betreten der Räumlichkeiten des Ida-Palais vor. Das umgestaltete Treppenhaus ist zum legitimen Bestandteil des Ida-Palais geworden. Das trifft umso mehr zu, als auch der angrenzende östliche Seitenflügel des klassizistischen Schlossbaues umgebaut und in das Ida-Palais einbezogen wurde.
Das Ida-Palais, dass den Abschluss der fürstlichen Bautätigkeit am Unteren Schloss darstellt, ist eine bemerkenswerte Bereicherung der Schlosslandschaft in de ehemaligen Residenzstadt Greiz. Als romantisch gründerzeitlicher Schlossbau bringt es ein letztes Mal fürstliche Herrschaftsansprüche zum Ausdruck, leitet aber durch seine Stilformen zu einer bürgerlich-konstitutionellen Existenzform über, die infolge des Aussterbens des Fürstenhauses und letztlich durch Abschaffung der Monarchie nicht verwirklicht wurde.
Das Bestreben, den historischen Residenzcharakter der Stadt Greiz zu bewahren und die allmählich zunehmende neue Wertschätzung des gründerzeitlichen Bauerbes sollten dazu führen, den bemerkenswerten gründerzeitlichen Schlossbau Ida-Palais in seiner historischen und architektonischen Bedeutung angemessen herauszustellen und zu würdigen. In diese Würdigung sollten der fürstliche Bauherr Heinrich XXII. und der Baumeister Edmund Oberländer einbezogen werden.

Quellen:

ANONYMUS: Der Unartige – Kleine Herrscherhäuser – Fürst Heinrich XXII. Reuss ä.L., Momente 11/12 -2010, S.66-73
Franz LEBER: Greizer Geschichte in Bild und Wort , Manuskript Text- u. Bildband, Greiz 1935, Bild 57, Stadtbibliothek Greiz
Michael RUDOLF: Burgen und Schlösser im Vogtland, Sachsenbuch 1998, S.78f.
Volkmar SCHNEIDER: Der historischer Greizer Postkartenkalender 2011, Greiz, Tischendorf 2011
Internetpräsenz Greiz, Hrsg. Stadtverwaltung Greiz 2011, Abschnitt: Das Untere Schloss
Internetpräsenz Greiz, Reiseführer Greiz, Hrsg. Touristinformation Greiz, 2011, Abschnitt: Museum im Unteren Schloss
Internetpräsenz, Kulturkalender Greiz, Hrsg: Redaktion Kulturkalender Org. Darmstadt 2011, Abschnitt Unteres Schloss

Wir danken Herrn Volkmar Schneider, Greiz, und Frau Corina Gutmann, Leiterin der Stadtbibliothek Greiz für die Bereitstellung historischer Abbildungen.