(2.1.10)  Villa August Beck

Anschrift: Greiz, Carolinenstraße 52
Baujahr: 1876
Bauherr: August Beck, Kaufmann
Architekt: 
jetzige Besitzverhältnisse: 
Nutzung: Geschäftsräume

Villa Beck hat eine interessante Baugeschichte. In ihrer ersten Version wurde sie 1873 errichtet vom damaligen Eigentümer, dem Kaufmann August Beck als verputztes Gebäude. Schaut man sich die jetzige Gartenfront an, bekommt man eine Vorstellung, wie das Gebäude ursprünglich aussah, denn die hintere Fassade blieb erhalten. (BLASE, Greiz 1995-98) Nach einem Besitzerwechsel ließ der neue Eigentümer, der Fabrikant Kommerzienrat Emil Nusch das Gebäude im Jahre 1894 umbauen und straßenseitig sowie beidseitig an den Einfahrten neue Fassaden aus rötlich gelbem Backstein mit Sandsteindekor errichten. Sie sind heute noch vorhanden. Auch ein neues prächtiges Treppenhaus entstand. Der Bauherr Emil Nusch verewigte sich u.a. mit seinen Initialen „E.N.“ auf dem kunstgeschmiedeten Füllungsgittern des Portals.
In einer weiteren Bauphase wurde im Jahre 1925 auf der Gartenseite ein Anbau mit Veranda errichtet. Sie wurde mit prachtvollen farbigen Bleiverglasungen im Jugendstil mit Einflüssen des Werkbundstils ausgestattet.

Die im Klinker Sandstein-Stil errichtete Villa ist vergleichsweise wenig geschmückt. Trotzdem strahlt das Gebäude Feierlichkeit und Noblesse aus. Die Straßenfassade wird von einem wuchtigen dreifenstrigen Erker beherrscht.

An der linken Seitenfront befindet sich das Portal. Das Treppenhaus tritt aus der Flucht der Seitenfassade vor.

Einfahrt mit Blick zur Straße. Wir sehen das vorspringende Treppenhaus mit Portal sowie links den Gebäudeteil, der zum Garten weist.

Unter dem Gebälk läuft ein Ornamentstreifen um das Haus. Die Ornamente sind auf Metallplatten aufgetragen.

Sie haben sehr gelitten.
Es gibt aber noch Felder des gestaltreichen Ornamentstreifens, die besser erhalten sind und Reste ihrer ehemaligen Pracht zeigen.

Vergleiche ähnliche Ornamente am -> Haus Heller.


An den Kellerfenstern sieht man noch originale Schmiedegitter.

Betrachten wir weitere Details des Gebäudes:
Treppenhaus frontal gesehen. Man beachte die bleiverglasten Fenster.

Portal mit Verdachung. Schöne Schnitzarbeiten und kunstgeschmiedete Gitter

Das Gitter trägt das Monogramm „E.N.“

Bleiverglaste Fenster der Veranda

Fenster in Nahaufnahme

Großes Verandafenster

Detail der Dachentwässerung

Fensterverdachung

Mezzaninfenster

Wir sind nunmehr in der Lage, auch Innenaufnahmen des Gebäudes zu zeigen:

Treppenhaus von unten gesehen

Haustür von innen

Füllungsgitter von innen

Geländer des Treppenaufgangs

Detail des Geländers

Treppenaufgang mit Geländersäule

Ornamentband mit Eichenblättern

Treppenhaus von oben gesehen 1

Treppenhausfenster von oben gesehen 2

Die drei oberen Fenster des Treppenhauses

Großes Fenster im Treppenhaus mit Jagdstillleben

Jagdstillleben in Nahaufnahme

Unteres kleineres Fenster im Treppenhaus

Einfachere Bleiverglasung ohne Bildschmuck

Detail der Bleiverglasung

Wandgemälde 1 im Treppenhaus, Mediterrane Landschaft

Wandgemälde 2 im Treppenhaus, Landschaft mit antiker Statue

Zwischentür

Unterer Teil einer Zwischentür mit Klinke

Klinke mit Schlossbeschlag

Flechtbandverzierung auf der Türleiste

Verdachung

Zwischentür mit Bleiverglasung

Fußbodenmosaik

Stuck 1

Stuck 2

 

Wintergarten 1

Wintergarten 2

Wintergarten 3

Wintergarten 4

Wintergarten 5

Wintergarten 6

Wintergarten 7

Wintergarten 8

Die repräsentative Villa Beck ist ein dominierendes Bauwerk auf der Carolinenstraße. Sie ist sanierungsbedürftig. Es wäre schön, sie im alten Glanz bewundern zu können. Auch im jetzigen Zustand wirkt sie großartig. Die rot-goldenen Ornamentfelder im Mezzanin stellen eine besondere Kostbarkeit dar. Sie haben überregionale Bedeutung.

Von der Innenausstattung beeindrucken namentlich das Treppenhaus, Täfelungen und die Bleiverglasungen des Wintergartens. Letztere sind schon deutlich vom Jugendstil geprägt.
Wir danken sehr Herrn Siegfried Büchler, der uns durch die Räume führte und uns erlaubte zu fotografieren.

Wir danken Frau Helga Weichbrodt für den Hinweis auf den Fabrikanten Emil Nusch als nachmaligen Besitzer der Villa Beck.

Stand 2010